Lohnt sich ein teurer UHD-Player?


Andreas Dittrich und Ekki Schmitt, Experte bei HEIMKINORAUM

OPPO UDP-203 vs. Samsung UBD-K8500 und Panasonic DMP-UB900

Lange haben Großbildfans auf der ganzen Welt warten müssen: Nach zahlreichen Verschiebungen war es im Frühling 2016 endlich soweit: Mit dem Samsung K8500 und dem Panasonic UB900 kamen die ersten zwei UltraHD Bluray Player auf den Markt.

Und mit den Playern lieferten auch die Filmstudios endlich die erste 4K-Software auf Silberscheibe. Sammler aufgepasst: Dies wird wahrscheinlich das letzte frei käufliche Medium sein, das man physikalisch sammeln kann, bevor das Streaming schließlich alle Märkte besetzen wird.

Auffällig sind vor allem die unterschiedlichen Preisklassen: Mit einer Preisempfehlung von €499.- ist der Samsung K8500 der günstigste UHD Einstieg, der Panasonic UB900 ist mit €799.- (UVP) da bereits deutlich teurer und der Oppo UDP203 ist auch im „Straßenpreis“ nicht unter €849.- zu bekommen.

Doch wie kommen diese unterschiedlichen Preisklassen überhaupt zustande, was bekommt der Heimkinofan „mehr“ für sein Geld, wenn er zum Oppo oder Panasonic greift? Gibt es überhaupt Unterschiede und wenn ja, rechtfertigen diese den Preisunterschied? Wir geben einen Überblick.

 

Ausstattung

Dem Samsung K8500 sieht man auf den ersten Blick an, dass hier zu Gunsten des Preises Abstriche in der Ausstattung und Verarbeitung gemacht wurden. Dem Chassis mit Kunststoffdeckel fehlt gänzlich ein Display und auch die Fernbedienung verdient ihren Namen kaum.

Vor allem die sparsame Fernbedienung erschwert die Steuerung im Alltag deutlich: Die doppelt belegten Kapitel-/ Spul- Tasten reagieren selten wie geplant und das kleine Steuerkreuz lässt sich nur schwer ertasten, so dass eine blinde Bedienung kaum möglich ist.

 

Auch die Anschlussseite beschränkt sich gleichsam auf das Notwendigste: Das Bild wird ausschließlich über eine HDMI-Buchse ausgegeben (Main), der Ton verlässt den Player ebenfalls ausschließlich digital wahlweise über eine der beiden HDMI-Buchsen, oder optisch über den Tos-Link Ausgang. „Last but not least“ verbleibt die Netzwerk-Buchse, mit der der Player zwecks Streaming mit der Außenwelt Kontakt aufnimmt. Alternativ ist dies auch per WLAN möglich, die entsprechende Funkeinheit ist integriert.

 

Dass der Panasonic einer gehobenen Preisklasse angehört, merkt man direkt an seiner Ausstattung: Mit der verspiegelten Klappfront und dem dahinterliegenden Display wirkt er deutlich ansprechender, wenngleich auch sein Chassis größtenteils aus Kunststoff besteht.

Wirklich vorbildlich ist die sehr großzügig konzipierte Fernbedienung: Sie bietet nicht nur für alle relevanten Funktionen eine eigene Direktwahltaste, sondern verfügt auch über eine 10er-Tastatur und eine zuschaltbare Beleuchtung, was gerade im dunklen Heimkino nahezu unerlässlich ist.

Die gehobene Ausstattung wird auch bei den Anschlüssen deutlich: Zusätzlich zu dem Grund-Repertoire des Samsung K8500 bietet der Panasonic UB900 einen koaxialen Digitalausgang sowie eine komplette Digital-Analog-Wandlung für alle 7.1 Kanäle.

 

Der Oppo UDP203 setzt in Sachen Ausstattung in jeder Hinsicht noch „einen oben drauf“. Als einziger im Feld wurde bei ihm auf eine konsequent hohe Verarbeitungsqualität geachtet, was sich in dem über 4kg schweren Metallchassis äußert. Auch der interne Aufbau überzeugt durch das gekapselte Laufwerk und die diskrete Trennung von Audio und Video im Inneren.

 

Bei der Fernbedienung wird der von Oppo gewohnte zuverlässige Infrarot geber eingesetzt, der wie bei Panasonic eine intuitive Bedienung auch in abgedunkelten Räumen ermöglicht.

 

Und auch bei den Schnittstellen wird hier der höchste Luxus geboten: Zusätzlich zum Panasonic bietet der Oppo UDP203 auch einen HDMI Eingang, zwei rückwärtige USB-Buchsen und lässt sich Dank RS232 und Trigger -Schnittstellen besser in automatisierte Heimkino-Infrastrukturen integrieren.

 

Qualitätsunterschiede in Bild & Ton?

In der Ausstattung und Verarbeitung hat sich schnell gezeigt, dass jeder der drei Player sich gemäß seiner Preisklasse differenziert: Je höher der Preis, desto besser Verarbeitung, Ausstattung und Anschlussmöglichkeiten.

Doch nicht minder interessant sind Qualität in Bild und Ton: Der Player hat die Aufgabe, den digitalen Bild- und Tonstream von der Bluray auszulesen, wo notwendig zu dekomprimieren und in der Signalform zum Beamer zu senden, die er versteht. Rein theoretisch sollte es hier keine Unterschiede geben, doch die Praxis sieht oft anders aus:

4K / UHD Material gibt es in zwei Varianten: Die erste Variante „SDR“ wird nach denselben Standards wir herkömmliches FullHD aufgezeichnet und unterscheidet sich ausschließlich in der Auflösung. Dieses Material macht grundsätzlich keine Probleme, ist aber die seltenere Variante.

Der eigentliche Standard, der mit 4K / UHD verbunden wird, ist „HDR“ bzw. „UHD Premium“: Hier werden neben der höheren Auflösung auch ein höherer Dynamikumfang für einen höheren Kontrast und feinere Durchzeichnung in dunklen Bereichen sowie der originale Kinofarbraum geboten. Dies alles wird mit einer höheren Bittiefe (10bit ) kombiniert, um feinere Differenzierungen ohne Artefakte zu ermöglichen. Der „UHD Premium“ Bereich ist also besonders wichtig für die Qualität der Player.

Aufgrund des jungen 4K / HDR / UHD Premium Standards gab es in den letzten Monaten hier die gravierendsten Unterschiede zu verzeichnen:  Nicht jeder TV oder Projektor „versteht“ dieselben Signale, sondern benötigt sie in unterschiedlichen HDMI-Codierungen. Auch der Handshake mit neuem Kopierschutz macht nicht selten Probleme. Die Ausstattung der Player hat dabei wie folgt Einfluss:

Der Samsung K8500 war bislang ein Problemkind, da er UHD Premium Filme ausschließlich in hoher Farbauflösung (4:4:4) ausgegeben hat, was die Bandbreite vieler Projektoren überschritten hat. Die Folge war ein „Rückschalten“ der Bit-Tiefe, was zu Artefakten geführt hat. Erst Monate später hat Samsung dies mit einem Software-Update behoben, mittlerweile macht der K8500, was er soll und funktioniert „problemlos“.

Der Panasonic UB900 hatte diese Probleme nicht, zeigte aber auf bestimmten Beamer-Modellen eine nicht perfekte Durchzeichnung, ein Verschwinden sehr dunkler Details in Schwarz ist die Folge. Immerhin: Panasonic hat für den April ein umfassendes Update angekündigt, das die UHD-Premium Wiedergabe verbessern und flexibler konfigurierbar machen soll.

Oppo hat durch seinen späteren Release offensichtlich aus den Fehlern der anderen gelernt und brachte seinen Player in Sachen HDR weitgehend „Bug Free“ auf den Markt: Das Bild erscheint, wie es sein soll und die Zuspielung funktioniert auch mit allen aktuellen Projektoren und TVs. Mehr noch: Seit der Markteinführung erweitert Oppo mit regelmäßigen Updates die Funktionsvielfalt und ermöglicht so, auch Problemgeräte mit eingeschränkter HDR-Tauglichkeit zu betreiben. In der neuesten Firmware ist es sogar möglich, den maximalen Weißpegel, von dem die Helligkeit des HDR Bildes abhängt, zu justieren.

In Sachen Ton hängt es stark davon ab, was der Anwender für Prioritäten setzt: Bei der reinen digitalen „Auslese“ und Weitergabe an einen externen Decoder / Verstärker per HDMI sind erwartungsgemäß keine großen Unterschiede zu verzeichnen. Anders sieht es aus, wenn man den Player das Decoding überlässt und der Ton den Player in analoger Form verlässt. Der Samsung bietet diese Möglichkeit gar nicht, zwischen Panasonic und Oppo entscheidet der Oppo den Vergleich für sich, dank seines aufwändigeren Aufbaus.

 

Fazit:

Unser Überblick zeigt, dass die unterschiedlichen Preisklassen der drei am Markt befindlichen UHD BD Player sich tatsächlich auch in den Geräten wiederfinden:

Der Samsung K8500 verkörpert in jeder Hinsicht den „Basic Player“: In der Ausstattung auf das Notwendigste reduziert gibt er Ton & Bild ausschließlich digital aus. Nachträgliche Anpassungen des Signals bietet er wenige. Wenn man allerdings nur einen Player für Grundfunktionen sucht, überzeugt er mit der neuesten Software durchaus mit einer fehlerlosen Ausgabe. Gewöhnungsbedürftig ist seine Form, die sehr einfache Verarbeitung ohne Display und die mangelhafte Fernbedienung.

Der Panasonic UB900 erfüllt hier schon höhere Ansprüche: Ein edleres Äußeres, bessere Verarbeitung und eine hochwertige Fernbedienung entsprechen mehr dem, was man in einem hochwertigen Heimkino erwartet. Auch seine analogen Tonausgänge machen ihn zu hochwertigem Audio-Equipment besser kompatibel. In der reinen Bildqualität kann er sich bisher aber nicht absetzen, was sich durch das große Update im April aber voraussichtlich ändern wird.

Der Oppo UDP203 kam deutlich später auf den Markt und legt in der Preisklasse noch einmal deutlich drauf. Dies merkt man aber auch in nahezu allen Bereichen: Er ist mit Abstand am hochwertigsten verarbeitet (Vollmetall), zeigt einen durchdachten inneren Aufbau und bietet die meisten Schnittestellen. Vor allem die Steuereingänge sind für vollautomatisierte Kinos von großem Vorteil. In der Bild- und Tonqualität zeigt er keine Schwächen und bietet die besten Anpassungsmöglichkeiten für HDR. Insgesamt ist der UDP203 der einzige im Feld mit „High-End“ Feeling.

Wer die Unterschiede live erleben möchte: Alle drei Player sind im Direktvergleich in zahlreichen HEIMKINORAUM Standorten in ganz Deutschland vorführbereit, kommen Sie einfach vorbei!

 

 



Kommentare

Test Blueray Player
Von am 01. Oktober 2018

Der Bericht ist einer der Besten die ich im Internet über Blue ray Player gefunden habe.Ich hätte mir noch den einen oder anderen spitzen Player als vergleich gewünscht.

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Danke
Von am 08. März 2017

Ich sag ja: der OPPO loht sich;)

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