Teil 4 - Raumakustik für Wohnzimmer und Heimkino


Jürgen Bürtsch, Experte bei HEIMKINORAUM

Im 4. Teil unseres "Specials" zeigen wir, wie wir Räume akustisch optimieren und auf was wir achten. Bei dieser Methode entstehen wenig Kosten, denn in vielen Fällen ist schon mit langjähriger Erfahrung einiges aus den Räumen herauszuholen. Und das geht auch für Ihren Raum.

Teil 1 - „Das subjektive Hören“

Teil 2 - Raumakustik ist Physik - muss ich jetzt Sheldon Cooper heißen?

Teil 3 - Der ideale Raum - der Norm Raum - die Realität

Teil 4 - Praktikable Lösungen für reale Probleme.

Teil 5 - Fazit und Lösungsbeispiele.

 

Teil 4 - Praktikable Lösungen für reale Probleme.

Sind einmal die Prioritäten ermittelt, können wir mit der tatsächlichen Optimierung der Raumakustik beginnen. Da wir meist vorhandene Räume vorfinden, legen wir zunächst ein Budget fest und bestimmen zu welchen baulichen Veränderungen der Kunden denn überhaupt bereit wäre. Aber auch vorhandene oder noch anzuschaffende Komponenten spielen bei der Raumakustik eine Rolle. Auch hier werden gerne Fehler gemacht, die bei einer kompetenten Beratung vermieden werden können. Will ein Kunde zum Beispiel hochwertig Stereomusik genießen, macht es keinen Sinn teure Hornlautsprecher für einen schallharten Raum zu kaufen, wenn die Lautsprecher nicht korrekt aufgestellt werden können - Stereodreieck - und der Raum nicht raumakustisch behandelt wird. So sind sehr schnell tausende Euro ausgegeben, ohne dass sich guter Klang einstellt.

Sie können sich gar nicht vorstellen, was wir in dem Zusammenhang schon alles erlebt haben. Von der Sucht nach gutem Klang lebt eine ganze Industrie, lässt jedoch den zahlenden Laien mit alltäglichen Problemen allein. So kommt es schon mal vor, dass Kunden sich für 3.000 Euro Lautsprecherkabel gekauft haben, diese jedoch phasenverkehrt angeschlossen hatten. Das war es dann mit der Bühnenabbildung. Meist wird einfach zum nächst teureren Lautsprecher, Kabel oder Verstärker gegriffen. Und der Kunde im Glauben gelassen, dass würde etwas bringen. Unsere Berater bei Heimkinoraum gehen anders vor. Auch wenn es uns einigen Umsatz kostet. Der Kunde ist zufriedener, empfiehlt uns weiter, und - das ist auch nicht unwichtig - wir haben ein gutes Gewissen.

High End Stereo Installation mit Absorbern
HighEnd Bändchen Hochtöner Stereo Installation - optimiert mit Breitband Absorber n im Nahfeld

Lautsprecher und ihre Aufstellmöglichkeiten

Schon bei der Auswahl der Komponenten kann man also vieles falsch machen. Vor allem sollte man bei der Auswahl der Lautsprecher und deren Aufstellmöglichkeiten wissen was man tut. Unsere Berater helfen gerne und schon ein Blick auf ein paar Fotos des Raumes und einigen Abmessungen bezüglich der Sitzposition und dem Aufstellort der Lautsprecher, können den Klang um Faktoren verbessern. Auch die Elektronik spielt manchmal, wenn auch sehr selten eine Rolle. Schließlich gibt es den ein oder anderen elektronischen Helfer der z.B. die Sprachverständlichkeit in einem Raum verbessern kann. Grob gesagt macht für den guten Klang 50 % leider der Raum aus - leider. Sie können also selbst wenn Sie sehr viel Geld für Lautsprecher ausgeben, nur 50% vom Optimum erreichen, wenn Sie den Raum vernachlässigen. Von den restlichen 50% bestimmt der Großteil der Lautsprecher und dessen Aufstellung die Qualität.

Die Elektronik

Mit Elektronik oder gar Kabel können sie nur noch im einstelligen Prozentbereich Verbesserungen erreichen, die aber nur noch der geübte Hörprofi wahrnimmt. Und wenn Sie hochwertiges Quellen zuspielen. Manche machen sogar den Fehler und kaufen THX Lautsprecher, weil da ja alles genormt ist. Ja, THX ist eigentlich eine gute Sache für das Kino, denn wenn man sich an diese Bestimmungen hält, bekommt man auch ein gutes Ergebnis. Dazu gehört aber nicht nur ein Marketing Aufkleber auf einem Lautsprecher, der nichts über Klangqualität aussagt, sondern ein mehrere 100 Seiten lange technische Beschreibungen über Quellen, Elektronik, Geometrie, Aufstellungen, Raumvoraussetzungen etc. Und eines darf man dabei auch nicht außer Acht lassen. Die Quelle.

Konzert Blu-ray mit Mehrkanalton
Ausschnitt aus der Blu-Ray - I am Yours - Sony Music Entertainment

Die Klangquelle

Die Klangquelle ist natürlich die CD, die Schallplatte oder Blu-Ray , und welche Qualität dort enthalten ist, können Sie nicht beeinflussen. So finden sich regelmäßig negative und positive Beispiele für Aufnahmen. Sie hätten gerne das Beyonce Konzert in Las Vegas gehört? Und ja, das gibt es auf Blu-Ray , hat aber leider keine gute Abmischung. Jetzt können Sie selbst mit Raumakustik, tollen Lautsprechern, teurer Elektronik nichts daran ändern. Garbage in - Garbage out. Sehr häufig passiert sogar das Gegenteil. Schlechte Aufnahmen kommen über eine gute Anlage noch schlechter rüber.

Aber es geht ja auch umgekehrt. Gute Aufnahmen klingen mit guter Anlage und optimierter Raumakustik besser. Als wäre man im Konzert, und da ist dann dieses Gefühl. Die Sucht nach dem Optimum für die „Klangfans“.

Mehrkanal Surround Sound - mit Optimierung
Heimkino Dream 2012 - optimiert von der Aufstellung, der Auswahl der Komponeten und mit einer Vielzahl von Einbauten zur Verbesserung der Raumakustik in einem sehr schwierigen Raum - made by Heimkinoraum

Auswahl der richtigen Komponenten

Bei der Auswahl der Komponenten verlieren unsere Berater nie den Überblick. Ein gesundes Maß aus Budget, Aufstellungen, Design, Raumakustik führen zum Maximum an Klangerlebnis. Ganz ohne Berechnungen und KnowHow geht es aber auch bei diesen praktikablen Lösungen nicht. Reflexionen und Hall müssen ermittelt werden und entsprechende Maßnahmen berechnet werden. In der Regel versuchen wir zunächst ohne die klassischen Raumakustik Elemente auszukommen. Teppiche, Vorhänge, Wandbespannungen und sogar Möbel oder Pflanzen helfen schon weit.

Erst wenn in problematischen Räumen diese Maßnahmen nicht ausreichen, beginnen wir Absorber , Diffussoren oder Resonatoren einzusetzen. Wählen Sie Stoffsessel statt Leder und sitzen Menschen in diesen Sessel, absorbieren diese meist bereits wesentliche Hochfrequenzanteile. Wichtig ist, dass man Räume in keinem Frequenzbereich überdämpft. Zuviel Absorbtion führt zu schalltoten Räumen mit schlechtem Klang. Und natürlich ist auch die Positionierung dieser Elemente wichtig. Leider sagen einfache Nachhallzeiten Rechner darüber gar nichts aus. Und es macht sehr wohl einen Unterschied, wo genau ein Vorhang oder Teppich im Raum positioniert wird.

 

Berechnung von Nachhallzeiten ohne Messung
Im Internet - hier Sonatech - gibt es eine Vielzahl von Nachhallzeiten Rechner, die jedoch nur eine grobe Planung ermöglichen - die tatsächliche Nachhallzeit wird mit Messeinrichtungen im leeren oder fertigen Raum gemessen und lässt eine bessere Beurteilung der Raumakustik zu. 

Die tiefen und hohen Frequenzen

Der schwierigste Teil bei der Raumakustik sind meist die tiefen energiereichen Frequenzen. Dabei hilft es unseren Planern ungemein eine Nachhallzeiten Berechnung nach DIN 18041 durchzuführen. Hierbei erkennt man meist sehr schnell, dass man die hohen Frequenzen relativ leicht in den Griff bekommen kann. Im Bassbereich schlägt jedoch die Physik gnadenlos zu. Viel Energie zu absorbieren, erfordert viel Masse, viel Volumen und zusätzlich sind die Wellenlängen in Dimensionen, die im Raum zu Raummoden führen. Und hierbei spielt die Geometrie des Raumes und auch die Hörposition eine entscheidende Rolle. Gelingt es eine Raummode an einer bestimmten Position zu eliminieren, taucht eine neue nur 50 cm daneben erneut auf. Aber auch hier gibt es eine Vielzahl von Alternativen.

Messung der tatsächlichen Nachhallzeiten je Frequenz
Mit unserer Messtechnik lassen sich die tatsächlichen Nachhallzeiten messen und im Korrekturband mit entsprechenden Raumakustik Maßnahmen korrigieren.

Die Veränderung der Aufstellung eines Subwoofers kann hier schon Wunder bewirken. Weniger ist mehr - achten Sie lieber auf die präzise Basswiedergabe und nicht auf zu tiefe Frequenzen. Schwieriger, aber in manchen Situationen hilfreich, ist ein zweiter oder gar dritter Subwoofer. Sinnvolle Phasenregelung und zum Teil auch elektronische Einmessungen helfen. Und sogar elektronische Helfer, die ausschließlich Raummoden messen und die Subwoofer getrennt ansteuern, haben wir im Programm. Sind die Möglichkeiten ausgeschöpft, muss mit der Absorbtion von tiefen Tönen mittels Bassfallen gearbeitet werden. Leider sind die Abmessungen dieser Elemente zum Teil erheblich. Geht auch hier nichts mehr, könnte uns der Körperschall aus Teil 2 helfen. Wir simulieren also die tiefen Töne durch in die Sitze eingebaute Körperschallwandler. Diese Methode kommt auch oft zum Einsatz, wenn man die Nachbarn schonen möchte.

Installation eines 7.3 Systems mit Raummoden Korrektur
Heimkinoraum Luxor Referenz Studio in München - eine 7.3 Surround Installation mit elektronischer Raummoden Korrektur und Körperschallwandler Technik.

Die Feinabstimmungen

Bei allen Frequenzmessungen und Planungen, die die Raumakustik erfassen, gibt es einen letzten aber entscheidenden Punkt. Die Feinabstimmung mit realem Content, also Filmen, Musik usw.. Nachdem alles optimal aufgestellt und eingerichtet ist, beginnen unsere Techniker im fertigen Raum mit dem Probehören und Nachjustieren aller Elemente. Hierzu verfügen wir über eine entsprechende Auswahl an Filmszenen von denen wir wissen, wie Sie klingen sollen. Die geübten Techniker wissen aus vielen hundert Projekten, wie es klingen kann und muss, wenn man alles richtig gemacht hat. Dieser Finale Test ist nötig und die Feinjustage kann auch schon mal einige Stunden in Anspruch nehmen, denn im Raum soll dann ja auch alles gut klingen.

Der fertige Raum muss feinjustiert werden ... mit echtem Film Content
Die Feinjustage mit echtem Film, Musik und Konzert Content ist der Abschluss für die Optimierung der Raumakustik.
Und da geht es ohne Erfahrung nicht.

Die Actionszene mit James Bond, das Waldtribünen Konzert mit Placido Domingo, das Musical mit Cher und Christina Aguilera, das Konzert von Phil Collins in Paris, und nicht zu vergessen das Endspiel Argentinien gegen Deutschland in Brasilien, dass man sich immer wieder mal gerne anschaut. Und nicht nur wegen der guten Raumakustik, sondern auch wegen dem schönen Ausgang.

In unserem nächsten Teil zeigen wir an einigen ausgeführten Beispielen, wie wir die Verbesserung der Raumakustik in die Realität umgesetzt haben. Der kommt demnächst.

Zum vorherigen Teil: Der ideale Raum - der Norm Raum - die Realität

Zum nächsten Teil: Fazit und Lösungsbeispiele. 

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Kommentare

Danke
Von am 19. Februar 2015

Guter Beitrag!

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Super
Von am 18. Februar 2015

Hat mir weitergeholfen! Danke für die Infos!

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