Yamaha RX300A Test: Einstiegs-AV-Receiver mit Dolby Atmos
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Yamaha RX300A im Test: Was kann der Einstiegs-Receiver?
Der RX300A ist das neue Einstiegsmodell unter den AV-Receivern von Yamaha: fünf Endstufen, Dolby Atmos, HDMI 2.1 mit 4K/120 und eine Bedienung, die auch ohne Vorkenntnisse gelingt. Wir haben ihn in unserem Studio mit drei Front- und zwei Surround-Lautsprechern getestet, bei Film, Musik und im Alltag.
5.2
Kanäle, zwei Subwoofer-Ausgänge
4K/120
und 8K/60 über HDMI 2.1
70 W
pro Kanal an 8 Ohm (2 Kanäle angesteuert)
4
Szenen für Ihre Lieblings-Einstellungen
01Ausstattung
Ausstattung: Das bietet der Yamaha RX300A
Dolby Atmos
5.2 mit virtuellen Höheneffekten oder 3.2.2 mit Decken- bzw. Aufsatzlautsprechern
HDMI 2.1
Vier Eingänge, ein Ausgang mit eARC, dazu VRR, ALLM und QMS
Dolby Vision und HDR10+
Auch HDR10 und HLG reicht der Receiver an Fernseher oder Beamer durch
Raumkorrektur
Einmessmikrofon mit Ständer liegt bei, ein Assistent führt durch die Einrichtung
Dialog-Pegel
Sprache lässt sich in drei Stufen gezielt anheben
Vier Szenen
Eingang, Lautstärke und Klang auf Knopfdruck abrufen, am Gerät und auf der Fernbedienung
Bluetooth 5.3
Mit Multipoint: zwei Zuspieler bleiben gekoppelt
DAB+ und UKW
Radioempfang ohne Netzwerk, als Hybridtuner
Zone B
Zwei Lautsprecher in einem zweiten Raum oder auf der Terrasse betreiben
Pure Direct
Direkter Signalweg ohne Zwischenstufen, Einmessung und Klangregelung aus
02Datenblatt
Technische Daten
03Praxistest
Praxistest: Klang, Einmessung und Bedienung
Im Studio lief der RX300A mit fünf Lautsprechern. Den Center konnten wir dort nicht ganz ideal direkt unter dem Bild aufstellen, für einen guten Klangeindruck hat es gereicht. Bei Ihnen zu Hause gehört er möglichst mittig und nah ans Bild.
Verarbeitung und Anschlüsse
Das Gehäuse ist aus Metall, die Front aus lackiertem Aluminium. Besonders gefallen haben uns die großen Drehregler: Der Lautstärkeregler läuft mit angenehmem Widerstand, der Eingangswähler rastet bei jedem Eingang spürbar ein. Vorn sitzen außerdem die Szenentasten, eine Display-Taste für Infos zum Signal, ein Kopfhörerausgang, USB und der Anschluss für das Einmessmikrofon.
Hinten nehmen Schraubklemmen die Lautsprecherkabel auf. Wir empfehlen Bananenstecker: Dafür lösen Sie die kleinen Kappen in der Mitte der Klemmen mit einem kleinen Schraubendreher. Für Spielekonsole, Sat-Receiver oder PC gibt es vier HDMI-Eingänge, der Ausgang zum Fernseher beherrscht eARC. So kommt auch der Ton der TV-Apps beim Receiver an, Dolby Atmos eingeschlossen, wenn App und Fernseher es ausgeben. Ein CD-Spieler findet an den analogen Eingängen Platz.
Fernbedienung
Die mitgelieferte Fernbedienung ist groß und hat viele Tasten, die meisten davon sind im Alltag nützlich, etwa um den Klang schnell anzupassen. Sie ist allerdings sehr leicht, man fragt sich fast, ob schon Batterien drin sind. Trotzdem fühlt sie sich wertig an. Positiv: Das Infrarotsignal strahlt breit ab, und der Empfänger im Receiver reagiert zuverlässig. Selbst wenn wir nach oben gezielt haben, änderte sich die Lautstärke.
An der Seite sitzt ein kleiner Schalter für Main und Zone B. Steht er auf Zone B, steuern Sie die zweite Zone, und die Lautstärke im Hauptraum lässt sich nicht mehr regeln. Reagiert der Receiver also scheinbar nicht, lohnt ein Blick auf diesen Schalter.
Einrichtung mit Assistent
Für Einsteiger ist der Setup-Assistent im Bildschirmmenü gut gelöst. Er läuft auf Deutsch und führt direkt zur Raumkorrektur. Das Einmessmikrofon hängt an einem langen Kabel und wird vorn angeschlossen. Stellen Sie es auf Ohrhöhe an Ihren Lieblingsplatz. Ein Mikrofonständer liegt bei, ein Stativgewinde ist ebenfalls eingebaut. Während der Messung sollte es im Raum still sein.
Der Receiver erfasst dabei die Abstände der Lautsprecher und gleicht die Laufzeiten aus, dazu Pegel und Frequenzgang. Die Endstufen lassen sich auch anders zuweisen: für Bi-Amping der Frontlautsprecher, für Zone B oder für zwei Höhenlautsprecher statt Surround. Wir haben das klassische Surround-Setup gewählt und empfehlen es auch.
Filmton und Dialoge
Bei Filmen macht der RX300A richtig Spaß. Eine besondere Stärke im Test: Dialoge werden gut herausgearbeitet. Unter Ton und Dialog-Pegel stellen Sie die Sprache in drei Stufen lauter. Der Receiver filtert die Stimmen heraus und hebt sie gezielt an. Abends können Sie so leiser hören und verstehen Dialoge trotzdem gut.
Der Night-Modus liegt direkt auf der Fernbedienung. Er verringert die Dynamik und nimmt den Bass zurück, damit laute Szenen andere im Haus weniger stören.
Virtuelle Höheneffekte
Höhenlautsprecher hat ein 5.2-Setup nicht. Der RX300A kann Höheneffekte deshalb virtuell erzeugen, die Funktion lässt sich ein- und ausschalten. Persönlich sind wir keine großen Fans davon, sie funktioniert aber: Bei Top Gun waren die Jets über uns hörbar. An ein echtes Dolby-Atmos-System mit Deckenlautsprechern oder Aufsatzmodulen reicht das nicht heran, die Räumlichkeit wird aber hörbar größer.
Leistung und Dynamik
Als Einstiegsmodell hat der RX300A begrenzte Leistungsreserven. Sehr leistungshungrige Lautsprecher empfehlen wir daran nicht: Sie klingen dann eher flach, weniger dynamisch und im Bass weniger kontrolliert. Haben Sie große, anspruchsvolle Lautsprecher, achten Sie auf das Zusammenspiel oder lassen Sie sich beraten. Mit passenden Lautsprechern spielt er kräftig, auch höhere Lautstärken für eine Party waren kein Problem.
Musik
Für einen Einstiegs-Receiver klingt der RX300A mit Musik richtig anständig: kraftvoll und gut aufgelöst. Die Taste Pure Direct schaltet Einmessung und Klangregelung ab, das Signal läuft ohne Zwischenstufen. Das lohnt sich, wenn Ihre Lautsprecher gut aufgestellt sind. Im Modus Stereo bleibt die Einmessung aktiv, sinnvoll in einem akustisch schwierigen Raum. Die Taste Music verteilt Stereo auf alle Lautsprecher. Das hat im Test gut funktioniert, besser als mit dem Movie-Modus.
Vom Smartphone spielen Sie Musik nur per Bluetooth zu. Der RX300A hat weder WLAN noch LAN, AirPlay, Google Cast und MusicCast fehlen also.
Bedienung im Alltag
Über HDMI CEC schaltet sich der Receiver mit dem Fernseher ein, und die Lautstärke regeln Sie mit der TV-Fernbedienung. Dazu kommen vier Szenen, ähnlich den Stationstasten eines Autoradios: Halten Sie eine Szenentaste gedrückt, speichert der Receiver Eingang, Lautstärke, Dialog-Pegel, Klangprogramm und Klangregler. Ein kurzer Druck ruft alles wieder ab, etwa Bluetooth in Pure Direct für Musik oder die Konsole mit angehobenen Dialogen.
Über die Taste Scene legen Sie fest, was eine Szene alles mit abruft. Das macht die tägliche Bedienung deutlich einfacher.
Gut zu wissen
Bei DTS decodiert der RX300A nur das Grundformat, DTS-HD Master Audio und DTS:X nicht. Kann Ihr Blu-ray-Player DTS-Tonspuren selbst decodieren und als PCM ausgeben, kommt DTS-HD Master Audio trotzdem verlustfrei beim Receiver an. Dolby-Tonspuren lassen Sie als Bitstream laufen, damit Dolby Atmos erhalten bleibt.
04Bewertung
Stärken und Schwächen
Stärken
Gut verständliche Dialoge, Dialog-Pegel in drei Stufen
Einfache Einrichtung mit Assistent und Raumkorrektur
Szenentasten und HDMI CEC für die Bedienung im Alltag
HDMI 2.1 mit 4K/120, VRR, ALLM, Dolby Vision und HDR10+
Virtuelle Höheneffekte ohne zusätzliche Lautsprecher
Wertige Drehregler, Fernbedienung mit breitem Abstrahlwinkel
DAB+-Tuner, Zone B und Bi-Amping
Schwächen
Kein WLAN und kein LAN, Musik vom Smartphone nur per Bluetooth
Begrenzte Leistung für anspruchsvolle Lautsprecher
DTS nur im Grundformat, kein DTS-HD Master Audio und kein DTS:X
Fünf Endstufen: echte Höhenlautsprecher nur als 3.2.2 ohne Surround
Sehr leichte Fernbedienung
05FAQ
Häufige Fragen zum Yamaha RX300A Test
Kann der Yamaha RX300A Dolby Atmos?
Ja. Mit 5.2 Lautsprechern erzeugt er die Höheneffekte virtuell, alternativ betreiben Sie ihn als 3.2.2 mit zwei Decken- oder Aufsatzlautsprechern. Die virtuellen Höhen haben im Test die Räumlichkeit hörbar vergrößert, echte Höhenlautsprecher ersetzen sie nicht.
Kann ich mit dem RX300A Musik streamen?
Nur per Bluetooth 5.3 mit Multipoint, Streamingdienste und AirPlay 2 gibt es mangels Netzwerk nicht. Wenn Sie das brauchen, ist der Yamaha RX500A die passende Wahl.
Was unterscheidet den RX300A vom RX500A?
Der RX500A hat sieben statt fünf Endstufen (7.2) mit 75 statt 70 W an 8 Ohm, WLAN und LAN mit Streamingdiensten wie Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Cast und AirPlay 2 und decodiert auch DTS-HD Master Audio und DTS:X. Die HDMI-Ausstattung ist gleich.
Welche Lautsprecher passen zum RX300A?
Kompakte Regallautsprecher oder schlanke Standlautsprecher, die nicht viel Leistung brauchen. An großen, leistungshungrigen Lautsprechern stößt er eher an seine Grenzen. Wir beraten Sie gern zur passenden Kombination.
Eignet sich der RX300A für Gaming?
Ja. Die HDMI-Eingänge reichen 4K mit 120 Hz an den Fernseher durch, dazu VRR und ALLM. Ihre Konsole schließen Sie direkt an den Receiver an, der Fernseher bekommt das Bild über den HDMI-Ausgang.
Wofür ist der Schalter an der Seite der Fernbedienung?
Er wechselt zwischen Hauptzone (Main) und Zone B. Reagiert der Receiver im Hauptraum nicht auf die Lautstärke, stellen Sie ihn auf Main zurück.
06Fazit
Fazit zum Yamaha RX300A Test
Der RX300A ist ein gelungener Einstiegs-Receiver. Im Test überzeugte er mit kräftigem Filmton, gut verständlichen Dialogen und virtuellen Höheneffekten, die mehr Räumlichkeit bringen. Dank Assistent, Szenen und HDMI CEC kommen auch Einsteiger schnell zurecht.
Abstriche gibt es bei der Vernetzung: Ohne WLAN und LAN bleibt nur Bluetooth. Außerdem passt er am besten zu kompakten Lautsprechern, die nicht viel Leistung fordern. Wer Streaming direkt im Receiver möchte, findet beim größeren RX500A mehr Ausstattung. Den Yamaha RX-V4A mit Netzwerkfunktionen haben wir ebenfalls getestet, weitere Modelle finden Sie im AV-Receiver Test.
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