Sony BRAVIA 9 II Test - Besser als OLED?



Sony BRAVIA 9 II 4K HDR True RGB LED TV

★★★★★

Sony BRAVIA 9 II 4K HDR True RGB LED TV

True RGB erleben!

Energieeffizienzklasse E Energieklasse Produktdatenblatt

3.499,00 €


28.07.2026
Felix Bürtsch

Der neue Sony BRAVIA 9 II ist der erste Fernseher von Sony mit echter RGB-Hintergrundbeleuchtung – und damit deutlich mehr als ein kleines Modellpflege-Update. Statt weißer Mini-LEDs sitzen hinter dem Panel jetzt rote, grüne und blaue LEDs, was für ein größeres Farbvolumen, weniger Blooming und mehr Brillanz sorgt. Dazu kommen eine extrem matte Displaybeschichtung, ein überarbeitetes Soundsystem und die Möglichkeit, das Sony BRAVIA Trio Surround-System kabellos direkt anzubinden. Wir haben den BRAVIA 9 II bei uns im Studio ausführlich getestet – inklusive Direktvergleich mit dem Vorgänger BRAVIA 9.

True RGB Backlight
Rote, grüne & blaue Mini-LEDs
Größen
65, 75, 85 & 115 Zoll
Gaming
4K 120 Hz, VRR, ALLM, SBTM
Wireless Surround
Sony Trio direkt koppelbar

Technische Highlights des Sony BRAVIA 9 II

Herzstück ist die True-RGB-Hintergrundbeleuchtung. Bisher arbeiteten Mini-LED-Fernseher mit blauen LEDs, die über eine Farbkonvertierung – etwa eine gelbe Phosphorbeschichtung – zu weißen LEDs umgewandelt wurden. Beim Sony BRAVIA 9 II sitzen an genau der Stelle, an der früher eine einzelne LED war, jetzt drei LEDs in Rot, Grün und Blau. Eine Farbkonvertierung ist damit nicht mehr nötig, weil sich aus RGB bereits alle Farben erzeugen lassen.

Was bringt RGB-Backlight konkret? Drei Vorteile, die sich im Bild direkt zeigen: ein größeres Farbspektrum und Farbvolumen, deutlich weniger auffälliges Blooming (das Nachleuchten heller Bereiche in dunkle Bildpartien hinein, weil hier in der jeweiligen Farbe und nicht in Weiß ausgeleuchtet wird) sowie mehr Helligkeit und Brillanz.

Das Panel unterstützt nativ 4K bei 120 Hz. Als Betriebssystem kommt Sony-typisch Google TV zum Einsatz. Verbaut ist noch der bekannte XR-Prozessor – das ist in der Praxis kein Nachteil, die Rechenleistung reicht für alle Bildverbesserungsalgorithmen völlig aus. Dazu gehören Reality Creation zum Nachschärfen und Motion Flow für flüssigere Bewegungsdarstellung bei 24 oder 60 Bildern. Wir kennen keinen Hersteller, dessen Zwischenbildberechnung sich so unauffällig einsetzen lässt, ohne dass ein digital wirkender Soap-Effekt entsteht.

Neu ist außerdem die Displaybeschichtung: Sie ist extrem matt, und zwar in einem Maß, das wir bislang nicht gesehen haben. Normalerweise erkauft man sich matte Oberflächen mit Nachteilen bei Blickwinkel und Schwarzwert. Hier passiert das nicht – Reflexionen von Umgebungslicht und Lampen sind auf ein Minimum reduziert, das Schwarz bleibt tief und der Blickwinkel bleibt weit.

Auch der neue Standfuß hat eine praktische Idee: In der Mitte sitzt ein magnetisch gehaltenes Kunststoffteil, das diffus wirkt und Licht bricht. Alles, was dahinter verläuft – etwa Strom- und HDMI-Kabel – ist von vorn nicht mehr zu erkennen. Wer den BRAVIA 9 II an die Wand hängen möchte, sollte allerdings auf die Befestigung achten: Das Gerät ist schwer, bei Rigipswänden gehören unbedingt passende Dübel dazu.

Technische Daten im Überblick

Modell Sony BRAVIA 9 II
Hintergrundbeleuchtung True RGB Mini-LED (rote, grüne und blaue LEDs)
Bildschirmgrößen 65, 75, 85 und 115 Zoll (kein 98-Zoll-Modell)
Panel nativ 4K, 120 Hz
Prozessor XR-Prozessor mit Reality Creation und Motion Flow
Betriebssystem Google TV
Gaming-Features VRR, ALLM, SBTM, 4K 120 Hz über HDMI 3 und HDMI 4 (HDMI 2.1)
Tonformate DTS:X, IMAX Enhanced
Soundsystem rückseitige Lautsprecher mit Wandreflexion, seitliche Schallöffnungen, separat regelbare Hochtönerpegel, automatische Akustikkalibrierung
Wireless Surround Sony BRAVIA Trio (z. B. RS9) inkl. Subwoofer direkt koppelbar, ohne Zusatzhardware
Besonderheiten extrem matte Displaybeschichtung, werkskalibriertes Panel, Sony My Cinema, Sony Pictures Core, BRAVIA Connect App

Praxistest: Bildqualität des Sony BRAVIA 9 II

Beginnen wir mit der Helligkeit – und mit einer ungewohnten Kritik: Der BRAVIA 9 II ist eigentlich zu hell. Wir mussten die Helligkeit im Studio reduzieren, damit unsere Kamera das Bild bei kleinster Blende überhaupt einfangen konnte. Tagsüber ist die Maximaleinstellung für die Augen schlicht zu viel. Positiv: Die Helligkeit lässt sich in vielen feinen Schritten von Minimum über Stufe 15 bis Max regeln.

Entscheidend ist aber, was bei maximaler Helligkeit passiert: Der Fernseher verliert keine Details. Selbst in schwierigen Szenen wie feinen Wolkenstrukturen bleibt alles sichtbar. Besonders deutlich wird das bei HDR-Inhalten im Modus „Abstufung bevorzugt". Hier muss der BRAVIA 9 II so gut wie keine Helligkeit zurücknehmen, um die Durchzeichnung in den hellen Bereichen zu erhalten. Der Vorgänger BRAVIA 9 muss in derselben Einstellung die Helligkeit spürbar reduzieren, um die Abstufungen zu retten.

Was heißt „Abstufung bevorzugt"? Diese HDR-Einstellung priorisiert die feine Zeichnung in hellen Bildbereichen (Highlights) gegenüber der reinen Spitzenhelligkeit. Sie ist sinnvoll, damit Details in Wolken, Sonnenreflexionen oder weißen Stoffen nicht ausbrennen.

Bei dunklen Inhalten zeigt sich die zweite Stärke: Das Schwarz ist ausgesprochen tief – die Letterbox-Balken waren bei uns schwärzer als die schwarze Studiowand dahinter. Trotzdem bleibt die Durchzeichnung erhalten, etwa in Haaren. Was wirklich neu ist: Wir konnten selbst geringste Farbnuancen in dunklen Bildbereichen erkennen. Genau das war bei den Vorgängern nicht möglich, und genau dafür sorgt die RGB-Hintergrundbeleuchtung, weil sie sich präzise dimmen lässt und auch dunkle Szenen farblich stützt.

Dabei kippt nichts ins Übertriebene: Die Darstellung ist brillant, aber es sind keine Bonbonfarben. Farben wirken authentisch, das Bild ist kontraststark und setzt punktuell sehr saubere Helligkeitsunterschiede. Bei der Sony Road Show haben wir den BRAVIA 9 II im direkten Vergleich mit einem aktuellen OLED, den Vorgängermodellen und dem kleinen Sony-Referenzmonitor gesehen, wie er in Filmstudios fürs Color Grading eingesetzt wird. Bei den Farbabstufungen war der BRAVIA 9 II sauberer als der OLED – und insgesamt kam er dem Grading-Monitor gefühlt zu rund 98 % nahe.

Weil kaum noch Reflexionen entstehen und die Gesamthelligkeit so hoch ist, müssen Sie den Raum nicht mehr abdunkeln, um Filme nahezu perfekt zu sehen. Im abgedunkelten Raum legt der Fernseher dann noch einmal zu.

Im Direktvergleich haben wir beide Geräte im professionellen Bildmodus zurückgesetzt, identisch eingestellt und die Helligkeit auf Max gestellt. Die Unterschiede liegen in der maximalen Helligkeit, in den Farb- und Weißabstufungen, in der Durchzeichnung und in der Farbwiedergabe – die Blautöne des BRAVIA 9 II gefielen uns besonders gut. Wie groß der Abstand ausfällt, hängt vom Bildinhalt ab, insgesamt ist der Sprung aber deutlich. Sony hat die Panels bei diesen Modellen zudem im Werk kalibriert: Ohne eigene Eingriffe sieht das Bild bereits sehr gut aus.

Sony Pictures Core als Testquelle

Für die Bildbewertung haben wir Sony Pictures Core genutzt, den in der Sony-App integrierten eigenen Streamingdienst. Er streamt mit bis zu 80 Mbit/s – rund das Vierfache üblicher Streaminganbieter und damit praktisch unkomprimiert, mit entsprechend besserer Bild- und Tonqualität. Zehn Filme sind zur freien Auswahl enthalten, und mit zehn Token kommen Sie durchaus weit. Schade ist die insgesamt sehr kleine Filmauswahl, die ausschließlich Sony-Titel umfasst. Außerdem lässt sich der Bildmodus im Core-Modus nur geringfügig verändern, weil Sony die Originaldarstellung sicherstellen möchte – angesichts der Nähe zum Grading-Monitor ist das für uns kein Problem.

Praxistest: Ton, Sony My Cinema und Wireless Surround

Das Soundsystem wurde neu konstruiert. Die Lautsprecher sitzen auf der Rückseite und reflektieren über die Wand hinter dem Fernseher, seitliche Öffnungen nutzen zusätzlich die Seitenwände. Das Ergebnis ist atmosphärischer und räumlicher, als man es von TV-Lautsprechern erwartet – es baut sich eine große Bühne auf. Sie können sogar die Pegel der Hochtöner separat anheben. Dazu gibt es eine automatische Akustikkalibrierung: Der Fernseher misst sich selbst ein und passt den Klang an den Raum an. Bild werkskalibriert, Ton eingemessen – das ist eine sinnvolle Kombination.

Neu ist die Bedienoberfläche Sony My Cinema. Darüber stellen Sie Bild und Ton ohne Menü-Tiefgang ein. Es gibt die Voreinstellungen „Directors Cut" (originalgetreu), „Tagsüber" (mehr Helligkeit) und „Dialog" (bessere Sprachverständlichkeit). Über „Konfigurieren" lassen sich IMAX Enhanced, Helligkeit, Surround-Verarbeitung und die Dialoglautstärke anpassen. Letztere ist ein neuer Sony-Algorithmus, der ausschließlich die Dialoge anhebt. Wir haben das mit englischer DTS:X-Tonspur auf Stufe 5 getestet: Die Dialoge werden klar lauter, der Rest bleibt unangetastet. Eine Funktion, die man sonst aus der Welt der AV-Receiver kennt.

Das größte Ton-Highlight: Der Sony BRAVIA 9 II lässt sich nativ und ohne Zusatzhardware mit dem Sony BRAVIA Trio Wireless Surround System verbinden. Sie kaufen also nur die Trio-Surround-Lautsprecher (bei uns die RS9) und den Subwoofer und koppeln beides direkt mit dem Fernseher. Der TV übernimmt die Front, die kabellosen Rears haben eigene Dolby-Atmos-Einheiten. Die Einrichtung läuft über die Sony BRAVIA Connect App: Drahtlose Lautsprecher einrichten, Link-Knopf drücken, beide verbunden – fertig. Über die App steuern Sie anschließend Fernbedienungsfunktionen, Bass, Surround-Pegel und sogar die Bildhelligkeit. Im Hörtest saßen wir mitten im Geschehen, der Bass war spürbar, die Effekte rundum sehr klar und sauber getrennt. Passende Lautsprecher finden Sie in unserem Shop.

Häufige Fragen zum Sony BRAVIA 9 II

In welchen Größen gibt es den Sony BRAVIA 9 II?

Der BRAVIA 9 II ist in 65, 75, 85 und 115 Zoll erhältlich. Ein 98-Zoll-Modell gibt es diesmal nicht – wer besonders groß möchte, greift stattdessen zur 115-Zoll-Variante. Bedenken Sie bei der Wandmontage das hohe Gewicht.

Ist der Sony BRAVIA 9 II besser als ein OLED?

In den Farbabstufungen war er bei der Vorführung sauberer als der aktuelle OLED – sogar sauberer, als der OLED es geschafft hat. Beim absoluten Schwarzwert und bei der Abgrenzung feiner Hell-Dunkel-Kanten liegt OLED weiterhin einen Tick vorne. Dafür bringt der BRAVIA 9 II sehr viel mehr Helligkeit, das größere Farbvolumen und die reflexionsarme matte Oberfläche mit. Beide Technologien haben ihre Berechtigung – unsere Empfehlung ist hier der BRAVIA 9 II.

Eignet sich der Sony BRAVIA 9 II für helle Wohnzimmer?

Ja, und zwar besonders gut. Die extrem matte Beschichtung reduziert Spiegelungen von Fenstern und Lampen auf ein Minimum, gleichzeitig ist die Gesamthelligkeit so hoch, dass Sie tagsüber nicht abdunkeln müssen. Für die Praxis mussten wir die Helligkeit sogar reduzieren, weil die Maximaleinstellung am Tag zu grell ist.

Lohnt sich der Sony BRAVIA 9 II für Gamer?

Er unterstützt 4K mit 120 Hz, VRR, ALLM und SBTM, der Input-Lag ist in der Praxis nicht der Rede wert. Wichtig: Sie müssen die HDMI-Eingänge manuell freischalten. Unter Einstellungen → Kanäle und Eingänge → Externe Eingänge → HDMI-Signalformat stellen Sie jeden Eingang auf „optimiertes Format" und aktivieren an HDMI 3 und HDMI 4 zusätzlich VRR. Nur diese beiden Eingänge sind HDMI 2.1 und liefern 4K 120 Hz.

Diesen Fernseher müssen Sie live sehen – die Kombination aus mattem, spiegelungsfreiem Bild und gleichzeitig hoher Brillanz lässt sich in Text und Video nur begrenzt vermitteln. Kommen Sie gerne vorbei und vergleichen Sie ihn mit anderen Modellen aus unserem Fernseher-Sortiment.

Stärken und Schwächen im Test

Stärken

  • True-RGB-Hintergrundbeleuchtung mit sehr großem Farbvolumen
  • Deutlich weniger auffälliges Blooming als bei weißen Mini-LEDs
  • Extrem matte Beschichtung, kaum Reflexionen, weiter Blickwinkel
  • Sehr tiefes Schwarz mit erkennbaren Farbnuancen in dunklen Szenen
  • Keine Detailverluste selbst bei maximaler Helligkeit
  • Sauberere Farbabstufungen als der verglichene OLED
  • Werkskalibriertes Panel, sehr nah am Referenz-Grading-Monitor
  • Gutes internes Soundsystem mit automatischer Akustikkalibrierung
  • Sony Trio Wireless Surround ohne Zusatzhardware koppelbar
  • Neue Dialoglautstärke-Funktion arbeitet sehr sauber
  • Sony My Cinema macht Bild- und Toneinstellungen einsteigerfreundlich
  • 4K 120 Hz, VRR, ALLM, SBTM, praktisch kein Input-Lag
  • Clevere Kabelführung im neuen Standfuß

Schwächen

  • Qualität hat ihren Preis – günstig sind diese Fernseher nicht
  • Kein 98-Zoll-Modell im Programm
  • OLED bleibt beim Schwarzwert und der Abgrenzung einen Tick voraus
  • In der Maximaleinstellung tagsüber schlicht zu hell für die Augen
  • Sony Pictures Core mit sehr kleiner Filmauswahl
  • Im Core-Modus nur geringfügige Änderungen am Bildmodus möglich
  • HDMI-Eingänge müssen manuell auf „optimiertes Format" gestellt werden
  • 4K 120 Hz nur über HDMI 3 und HDMI 4
  • Hohes Gewicht – Wandmontage nur mit tragfähiger Befestigung

Fazit und Kaufempfehlung zum Sony BRAVIA 9 II

Der Sony BRAVIA 9 II ist für uns keine Evolution, sondern ein echter Technologiesprung. Die True-RGB-Hintergrundbeleuchtung hebt Farbvolumen, Helligkeit und Durchzeichnung gleichzeitig an, ohne dass das Bild künstlich wirkt. Zusammen mit der extrem matten Oberfläche entsteht eine Darstellung, die im Raum anders wirkt als das, was man von Fernsehern kennt: kontraststark, authentisch und tagsüber ohne Abdunkeln nutzbar. Im Direktvergleich mit dem BRAVIA 9 legt der Nachfolger in allen Bereichen der Bildqualität nach – und der Vorgänger war schon sehr gut.

Empfehlen können wir den BRAVIA 9 II allen, die einfach das beste Bild wollen und dafür bereit sind, in einen High-End-Fernseher zu investieren. Sie müssen dabei nichts einstellen, weil das Panel ab Werk kalibriert ist – und wenn Sie tiefer eingreifen möchten, stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen. Damit passt das Gerät für ganz normale Anwender genauso wie für Enthusiasten. Gamer bekommen mit 4K 120 Hz, VRR, ALLM und praktisch nicht vorhandenem Input-Lag ebenfalls genau das, was sie brauchen – vorausgesetzt, die HDMI-Eingänge werden korrekt freigeschaltet.

Wer den Ton konsequent mitdenkt, kombiniert den Fernseher mit dem Sony BRAVIA Trio System: Die kabellose Anbindung ohne Zusatzhardware ist unkompliziert und ergibt ein vollwertiges Fernseher-Heimkino mit Dolby-Atmos-Rears – im Wohnzimmer genauso wie im dedizierten Kinoraum. Wer ein kleineres Budget hat, sollte den BRAVIA 7 II mit RGB-Technologie im Blick behalten: nicht so hell, weniger Dimmingzonen und nicht ganz die Brillanz, aber ebenfalls mit dem neuen Backlight. Für das Maximum an Bildqualität ist und bleibt der BRAVIA 9 II jedoch unsere klare Empfehlung.


 

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