Sony BRAVIA 7 II Test - Der wichtigste Sony-TV des Jahres
Der Sony BRAVIA 7 II bringt die neue True RGB LED-Technik aus dem Topmodell BRAVIA 9 II in eine günstigere Klasse. Statt weißer Mini-LEDs sitzen hinter dem Panel rote, grüne und blaue LEDs, die einzeln angesteuert und gedimmt werden. Das Ergebnis: Farben mit einer Leuchtkraft, die man von LCD-Fernsehern so noch nicht kennt, dazu ein Kontrast, der sich OLED annähert. Interessant ist das Gerät für alle, die einen großen, hellen Fernseher fürs Wohnzimmer suchen und nicht das absolute Spitzenmodell brauchen. Wir hatten die 75-Zoll-Variante bei uns im Studio.
Technische Highlights im Sony BRAVIA 7 II Test
Der Kern des Geräts ist die True RGB LED-Hintergrundbeleuchtung. Bei einem klassischen Mini-LED-Fernseher leuchten hunderte oder tausende weiße LEDs hinter dem Panel, die Farbe entsteht erst im Farbfilter davor. Hier ist es anders: Rot, Grün und Blau werden als echte Farb-LEDs erzeugt und getrennt in ihrer Helligkeit reguliert. Damit lässt sich ein sehr großes Farbspektrum abdecken, und zwar genau das, was unser Auge auch wahrnehmen kann. In der Praxis heißt das vor allem: natürlichere, realistischere Farben.
Der zweite Vorteil ergibt sich aus der Segmentierung. Die Beleuchtung ist in viele Zonen unterteilt, die einzeln dimmbar sind. Helle Bildbereiche dürfen richtig strahlen, dunkle werden stark abgedunkelt. So kommt ein Kontrast zustande, der in Richtung OLED geht. Wie weit die Annäherung wirklich reicht, dazu später mehr.
Größen, Verarbeitung und Aufstellung
Es gibt den Fernseher in 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll. Für praktisch jedes Wohnzimmer ist damit eine passende Diagonale dabei. Die Verarbeitung ist typisch Sony, also solide, aber es gibt klare Unterschiede zum Topmodell. Die Displayoberfläche ist leicht glänzend und hat eine Antireflexbeschichtung. Das supermatte Panel des BRAVIA 9 II, das Spiegelungen praktisch komplett schluckt, bleibt dem Topmodell vorbehalten. Auch der Rahmen ist hier aus Kunststoff gefertigt und nicht aus Aluminium.
Der Standfuß ist dem des großen Bruders sehr ähnlich und bringt eine magnetisch einsetzbare Blende mit. Dahinter verschwinden Strom- und HDMI-Kabel komplett, der Fernseher wirkt dann fast schwebend. Ein cleveres Detail, das im Alltag mehr bringt, als es auf dem Papier klingt.
Wer wandmontieren will, sollte die Bautiefe einplanen: Etwa fünf bis sechs Zentimeter braucht das Gerät. Ein Wandhalter liegt nicht bei. Für eine möglichst flache Montage empfehlen wir einen Sanus-Halter, den finden Sie bei uns im Bereich Zubehör.
Google TV und Bedienung
Wie alle Sony-Fernseher läuft der BRAVIA 7 II mit Google TV. Dank der schnellen Prozessoren reagiert das System ohne merkbare Verzögerung auf Tastendrücke, Apps starten in etwa einer Sekunde. YouTube war bei uns sofort da, inklusive Fortsetzen des letzten Videos. Klingt selbstverständlich, ist es bei Fernsehern aber längst nicht immer.
Die mitgelieferte Fernbedienung besteht aus recyceltem Kunststoff, ist leicht angeraut und liegt gut in der Hand. Der Tastendruck ist sauber definiert, aufgeladen wird per USB. Google Assistant ist an Bord, für Sprachsuche und, wenn man will, für Unsinn zwischendurch.
Technische Daten
| Backlight-Technologie | Sony True RGB LED, einzeln ansteuerbare rote, grüne und blaue LEDs, in Segmenten dimmbar |
|---|---|
| Bildschirmgrößen | 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll |
| Getestete Größe | 75 Zoll |
| Panel-Oberfläche | Leicht glänzend mit Antireflexbeschichtung |
| HDR-Formate | HDR und Dolby Vision (im Test geprüft) |
| Betriebssystem | Google TV |
| Sound | 40 Watt Systemleistung, vier Lautsprecher, Subwoofer rückseitig, seitlich angeordnete Treiber |
| Bautiefe | ca. 5 bis 6 cm (relevant für Wandmontage) |
| Rahmen | Kunststoff |
| Fernbedienung | Recycelter Kunststoff, per USB aufladbar |
| Lieferumfang | Standfuß mit magnetischer Kabelblende, Fernbedienung, kein Wandhalter |
Praxistest: Bild- und Tonqualität
Zuerst die Umgebung, denn die spielt beim BRAVIA 7 II eine Rolle. Unser Studio war während des Tests hell: Deckenbeleuchtung an, großes Fenster an der Seite, sonniger Tag, mittags. Die Lichtleisten an der Decke bügelt die Antireflexbeschichtung praktisch weg. Das Fenster dagegen haben wir bei schrägem Blickwinkel deutlich als Spiegelung wahrgenommen. Störend war es noch nicht, aber sichtbar. Für Sie heißt das: Zimmerbeleuchtung ist unkritisch, ein großes Fenster neben oder hinter der Sitzposition kann tagsüber nerven.
Die Helligkeit reicht für hellere Räume klar aus. Dass der BRAVIA 9 II hier ein gutes Stück mehr Reserven hat, merkt man trotzdem, dazu gleich mehr.
Bildeinstellungen: Werkszustand ist zu bunt
Out of the box steht das Gerät im Modus Brilliant, und der ist stark übertrieben eingestellt. Auch der Standardmodus tendiert noch deutlich in Richtung Effekt statt Natürlichkeit. Man merkt, dass Sony zeigen will, wie intensiv diese Farben leuchten können. Das gelingt, wirkt aber künstlich.
Ein Blick ins Menü lohnt also. Und dort gibt es reichlich zu justieren: Farben, Kontrast, Durchzeichnung und vor allem die Schärfe lassen sich sehr feingliedrig anpassen. Wer sich damit nicht befassen möchte, kann die Funktion "My Cinema" nutzen. Dahinter liegen von Sony vorbereitete Bild- und Soundmodi, die man nach Geschmack noch leicht anpassen kann. Auf Knopfdruck ein gutes Bild, das funktioniert.
Farben, Kontrast und Plastizität
Richtig eingestellt macht der Fernseher einen deutlichen Sprung. Bei unserem Referenzclip "Hawaii" von Jacob und Katy Schwarz war das leuchtend rote Gefieder des Papageis sofort das Erste, was ins Auge fällt. Dazu feinste Grünabstufungen im Blattwerk und eine Bildtiefe, die dreidimensional wirkt. Das kommt zum Teil von der True RGB LED-Technik, die Farbhelligkeit über das gesamte Bild hinweg hält. Der andere Teil ist Sonys Signalverarbeitung, die schlicht seit Jahren zu den besten gehört.
Details werden sauber herausgearbeitet, egal ob im tiefen Schwarz oder im hellen Weiß. Der Kontrast ist hoch, das Bild plastisch, und es entsteht dieser Effekt, als schaue man aus dem Fenster. Spektakulär, ohne die Natürlichkeit zu verlieren.
Upscaling von HD-Material
Sony ist für gutes Hochrechnen von Nicht-4K-Inhalten bekannt. "Superstore" auf Netflix sah entsprechend gut aus. Auffällig war allerdings, dass das Bild etwas weicher gezeichnet wird als bei den letzten Sony-Generationen. Das lässt sich über die Schärfeeinstellungen korrigieren, wenn Sie es knackiger mögen. Unterm Strich bleibt das Upscaling eine der Stärken dieses Fernsehers.
4K mit Dolby Vision: der Härtetest
Für die Königsdisziplin haben wir "The Gorge" direkt über Apple TV auf dem Gerät gestreamt, ein sehr dunkler Film mit kontraststarken Szenen. Bei laufender Studiobeleuchtung von der Seite fiel die leicht glänzende Oberfläche hier klar auf. Spiegelungen im Raum waren sichtbar und hätten uns gestört. Unsere Empfehlung: Am Abend das Licht ausmachen oder nur Leuchten anlassen, die nicht im Reflexionsbereich liegen.
Bildseitig war das Ergebnis dann stark. Die dunklen Szenen wirken pechschwarz, die Durchzeichnung ist ausgezeichnet. Selbst in nahezu schwarzen Passagen konnten wir noch jeden einzelnen Ast erkennen, überall dort, wo er auch erkennbar sein soll. Genau hier hat der BRAVIA 7 II einen Vorteil gegenüber OLED, denn OLED verschluckt in solchen Szenen gerne feine Details.
Beim maximalen Schwarzwert bleibt der OLED trotzdem noch ein Stück kontrastreicher. Und ein leichtes Blooming ist vorhanden, vor allem an sehr hellen Elementen. Frontal sitzend ist das unkritisch, seitlich wird es sichtbarer. Der Betrachtungswinkel eines LED-Fernsehers erreicht auch mit dieser Technik nicht ganz das OLED-Niveau. Bei den Farben dagegen liegt der Sony aus unserer Sicht vor dem OLED: Die roten Rollbahn-Scheinwerfer, das leuchtende Grün, die Dynamik in schnellen Bildwechseln, das war eine echte Vorstellung.
Fast OLED-Kontrast, dabei kräftigere Farben und mehr Struktur im tiefen Schwarz. Nur ein Gerät macht es besser, und das kommt aus dem eigenen Haus.
Der Unterschied zum BRAVIA 9 II
Den größten Abstand sehen wir in den Highlights. Der BRAVIA 9 II ist dort fast doppelt so hell und liefert damit sichtbar mehr Punch und Dynamik. Das ist kein Messwert-Detail, das sieht man im Sitzen. Dazu kommt die Zahl der Dimming Zones: Der BRAVIA 9 II hat deutlich mehr davon, was Blooming weiter reduziert und den Blickwinkel verbessert. Und das supermatte Panel des Topmodells eliminiert Spiegelungen, die man beim BRAVIA 7 II eben noch sieht.
Im eingebauten Demomodus lässt sich der Technikvorteil direkt vorführen. Im Splitscreen simuliert Sony eine weiße Mini-LED-Beleuchtung gegen True RGB. Bei goldenem Honig unter Scheinwerferlicht kippt der Farbton mit weißem Backlight leicht ins Grünliche, mit True RGB stimmt er. Am stärksten fällt der Unterschied bei gelblichen, goldenen und leicht rötlichen Tönen auf. Und beim harten Übergang von kräftigem Rot auf Schwarz zeigt die weiße Variante einen grauen Schleier, während True RGB den Übergang deutlich sauberer hält.
Sound: brauchbar, aber kein Heimkino
40 Watt Systemleistung, vier Lautsprecher, dazu rückseitig ein Subwoofer und seitlich angeordnete Treiber. Das ergibt einen erstaunlich großen Klang mit einigermaßen kraftvollem Bass und einer sehr guten Dialogwiedergabe. Für die Tagesschau oder eine Serie am Abend reicht das vielen Nutzern. Echtes Heimkino-Feeling entsteht so aber nicht.
Erweitern lässt sich das auf zwei Wegen. Einfach: einen kabellosen Subwoofer und drahtlose Surround-Lautsprecher anbinden, damit kommt schon mehr Kinogefühl auf. Qualitativ besser: ein richtiges Surroundsystem. Passend dazu bietet Sony das BRAVIA Quad an, und für die etwas heftigere Variante das neue Trio-System. Beides finden Sie bei uns im Bereich Lautsprecher.
Häufige Fragen zum Sony BRAVIA 7 II
Für welchen Raum eignet sich der Sony BRAVIA 7 II?
Für normal beleuchtete Wohnzimmer passt er gut, die Helligkeit reicht auch für hellere Räume. Deckenlicht und Lampen bügelt die Antireflexbeschichtung weitgehend weg. Ein großes Fenster seitlich oder hinter der Sitzposition kann tagsüber Spiegelungen erzeugen, bei dunklem Filmmaterial am Abend sollte man das Licht besser dimmen.
Ist RGB LED besser als OLED?
Nicht pauschal. Der OLED bleibt beim maximalen Schwarzwert und beim Betrachtungswinkel vorn. Der BRAVIA 7 II gewinnt bei der Farbleuchtkraft und arbeitet Details im tiefen Schwarz feiner heraus, wo der OLED gerne Strukturen verschluckt. Perfekt ist keine der beiden Techniken, Sie müssen entscheiden, was Ihnen wichtiger ist.
Lohnt sich der Aufpreis zum BRAVIA 9 II?
Wenn Sie maximale HDR-Dynamik wollen, ja: In den Highlights ist der BRAVIA 9 II fast doppelt so hell. Dazu kommen mehr Dimming Zones, ein besserer Blickwinkel, das supermatte Panel und der Aluminiumrahmen. Wer damit leben kann, dass Spiegelungen sichtbar bleiben und die Spitzenhelligkeit geringer ausfällt, ist mit dem BRAVIA 7 II sehr gut versorgt.
Brauche ich eine Soundbar dazu?
Für Nachrichten, Serien und normales Fernsehen reichen die 40 Watt mit ihrer klaren Sprachwiedergabe aus. Für Filmabende empfehlen wir eine Erweiterung. Kabelloser Subwoofer plus Wireless-Surround ist die einfache Lösung, ein echtes Surroundsystem wie BRAVIA Quad oder das Trio-System die klanglich bessere.
Stärken und Schwächen im Sony BRAVIA 7 II Test
Stärken
- True RGB LED mit Farben, die man von LCD so nicht kennt
- Sehr hoher Kontrast, in dunklen Szenen nahe am OLED
- Feine Durchzeichnung im tiefen Schwarz, hier besser als OLED
- Ausgezeichnete Signalverarbeitung und HD-Upscaling
- Google TV läuft ohne merkbare Verzögerung
- Sehr umfangreiche Bildeinstellungen, dazu die Sofortlösung "My Cinema"
- Magnetische Kabelblende am Fuß für aufgeräumte Optik
- Sechs Größen von 50 bis 98 Zoll
Schwächen
- Leicht glänzendes Panel, Fenster spiegeln sichtbar
- Deutlich geringere Spitzenhelligkeit als der BRAVIA 9 II
- Weniger Dimming Zones, dadurch leichtes Blooming und engerer Blickwinkel
- Werkseinstellungen zu knallig, Nachjustieren nötig
- Upscaling wirkt etwas weicher als bei den Vorgängern
- Rahmen aus Kunststoff statt Aluminium
- Kein Wandhalter im Lieferumfang, Bautiefe von 5 bis 6 cm beachten
Fazit zum Sony BRAVIA 7 II Test und Kaufempfehlung
Der Sony BRAVIA 7 II ist ein Premiumfernseher, der preislich noch erreichbar bleibt. Die True RGB LED-Technik liefert Farben mit einer Leuchtkraft, die in dieser Klasse neu ist, und bleibt dabei authentisch. Dazu kommen die klassischen Sony-Stärken: das saubere Hochrechnen von HD auf 4K, eine Signalverarbeitung, die auch feinste Details sichtbar macht, und ein Google TV, das schnell reagiert und einfach zu bedienen ist.
Die Abstriche gegenüber dem Topmodell sind vorhanden, aber überschaubar. Wer bei hellen Highlights das letzte Quäntchen Dynamik will, in einem sehr helligkeitskritischen Raum sitzt oder häufig aus schrägem Winkel schaut, sollte sich den BRAVIA 9 II ansehen. Alle anderen bekommen hier für weniger Geld einen Fernseher, mit dem sie über Jahre sehr glücklich werden. Von uns eine klare Kaufempfehlung, und mit den Einstellungen der HEIMKINORAUM-Edition holen Sie das Maximum aus dem Gerät heraus. Weitere Modelle finden Sie in unserer Fernseher-Übersicht.
Besuchen Sie unsere Ausstellungen
Bitte besuchen Sie uns nur mit Termin.
Alle Standorte Termin vereinbaren
oder schreiben Sie uns: [email protected]
Wir bringen die Welt nach Hause!
Bewertung hinzufügen
Sie möchten auch ein eigenes Heimkino? Kontaktieren Sie uns und genießen Sie Filme Serien & Games wie noch nie!


