NX-70A Test - Yamahas Rückkehr zu echtem HiFi?


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Yamaha NX-70A kabelloser HiFi Lautsprecher

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Yamaha NX-70A kabelloser HiFi Lautsprecher

Entdecken Sie Hi-Fi neu gedacht!

 

2.949,00 €


20.09.2026
Christian Obermayer

Kann ein Paar aktiver Kompaktlautsprecher eine Soundbar, einen Verstärker und einen Streamer gleichzeitig ersetzen? Der Yamaha NX-70A tritt genau mit diesem Anspruch an. Er bringt Endstufen, Netzwerk-Streaming und einen HDMI-Eingang mit ARC direkt ins Gehäuse, lässt sich also ohne zusätzliche Elektronik an Fernseher oder Laser TV anschließen und spielt gleichzeitig vollwertig Stereo-Musik. Gedacht ist das System für alle, die im Wohnzimmer mehr Wert auf echten Klang als auf Surround-Effekte legen. Wir haben das Paar bei uns im Studio an Film und Musik gehört.

Aktivsystem
2-Wege, 160 Watt
HDMI ARC
inkl. CEC-Steuerung
Streaming
AirPlay 2, Google Cast & Co.
YPAO
Raumeinmessung an Bord

Technische Highlights im NX-70A Test

Beim NX-70A handelt es sich um ein Zweiwegesystem mit insgesamt 160 Watt Leistung. Zweiwege bedeutet schlicht: Ein Hochtöner kümmert sich um die hohen Frequenzen, ein Mitteltieftöner um Stimmen und Bass. Beide Chassis sitzen sichtbar an der Front, eine Stoffabdeckung liegt nicht bei. So, wie der Lautsprecher im Karton liegt, steht er später auch im Wohnzimmer.

Die Verarbeitung ist japanisch sauber. Oben sitzt eine massive, dicke Aluminiumplatte, die das Gehäuse vibrationsoptimiert beruhigt. Unten an der Front finden Sie ein kleines OLED-Display, das Titelinformationen oder die Lautstärke anzeigt. Ein Detail am Rande, das im Alltag aber angenehm auffällt: Die Front zeigt keine Fingerabdrücke. Erhältlich ist der NX-70A in Mattschwarz und in Mattweiß. Eine Infrarot-Fernbedienung liegt bei, der farblich passende Ständer dagegen nicht. Den gibt es optional dazu.

Auf der Rückseite sitzt das Bassreflexrohr, das für zusätzlichen Tiefgang sorgt, daneben die Verstärkereinheit mit kupferfarbenen Akzenten. Das Anschlussfeld deckt praktisch alles ab, was ein Wohnzimmer-Setup braucht: optischer Digitaleingang, Netzwerkanschluss, USB, HDMI mit ARC und CEC, ein Subwoofer-Ausgang, ein Line-Ausgang für ein externes analoges Gerät sowie der Mikrofoneingang für die YPAO-Einmessung.

Was bedeutet HDMI ARC und CEC? ARC (Audio Return Channel) schickt den Ton vom Fernseher oder Laser TV über das HDMI-Kabel zurück an die Lautsprecher. CEC überträgt zusätzlich Steuerbefehle. Sie können die Lautstärke also mit der TV-Fernbedienung regeln und brauchen die beiliegende Fernbedienung im Alltag nicht zwingend.

Streaming und Netzwerk

Beim Streaming ist Yamaha breit aufgestellt: Bluetooth, Apple AirPlay 2, Google Cast, Tidal Connect, Spotify Connect und Qobuz sind direkt an Bord. Ein externer Streamer ist damit nicht nötig. Die Verbindung zwischen beiden Lautsprechern kann per LAN laufen, zwingend ist das aber nicht. Wir haben das Paar bewusst komplett über WLAN betrieben, und das in unserem YouTube-Studio, in dem reichlich andere Geräte im Funknetz hängen. Die Verbindung blieb stabil. Wer schlechtes WLAN zu Hause hat, greift trotzdem besser zum Netzwerkkabel.

Harmonious Drive und Synergistic Drive

Zwei Technologien hebt Yamaha besonders hervor. Harmonious Drive beschreibt das Membranmaterial: ein Mix aus Zylon und Fichtenholz. Zylon ist hochfest und leicht, neigt aber dazu, harsch zu klingen. Die Fichtenholzfasern harmonisieren das Ganze, und zwar nicht irgendwelche Fasern, sondern solche aus der Produktion der Yamaha-Konzertflügel. Angemischt wird der Materialmix mit Wasser aus einer Bergquelle in Südjapan mit einer definierten Härte. Klingt kurios, ist aber Teil des Fertigungsprozesses.

Synergistic Drive geht einen anderen Weg: Membran und Endstufe werden als eine Einheit entwickelt und aufeinander abgestimmt. Das Ziel sind saubere Kontrolle und keine unkontrollierten Wechselwirkungen zwischen Chassis und Verstärker. Im Hörtest zahlt sich das hörbar aus, dazu gleich mehr.

Technische Daten

Typ Aktiver Kompaktlautsprecher (Paar)
Prinzip Zweiwegesystem, Bassreflex (Rohr rückseitig)
Leistung 160 Watt gesamt
Membrantechnologie Harmonious Drive (Zylon + Fichtenholzfasern)
Verstärkerkonzept Synergistic Drive (Chassis und Endstufe gemeinsam entwickelt)
Eingänge HDMI (ARC, CEC), optisch digital, USB, LAN
Ausgänge Subwoofer-Ausgang, Line-Ausgang
Streaming AirPlay 2, Google Cast, Tidal Connect, Spotify Connect, Qobuz, Bluetooth
Einmessung YPAO inkl. Mikrofonanschluss
Display OLED an der Gerätefront
Gehäuse Massive Aluminiumplatte oben, vibrationsoptimiert
Farben Mattschwarz, Mattweiß
Lieferumfang Infrarot-Fernbedienung (Ständer optional erhältlich)

Praxistest: Klangqualität im Film- und Musikbetrieb

Im Filmbetrieb hat uns der NX-70A ehrlich gesagt kalt erwischt. Er spielt deutlich besser als die allermeisten Soundbars. Das Klangbild ist eine Spur softer abgestimmt, und genau das kommt hier gut zur Geltung: Auch bei höheren Lautstärken wird nichts schrill oder unangenehm. Die Sprachverständlichkeit ist ausgezeichnet. Wer möchte, hebt die Dialoge in der App noch etwas an und hört dann auch bei moderater Gesamtlautstärke jedes Wort sauber heraus.

Dynamik und Bass sind für die Gehäusegröße erstaunlich. Da kommt spürbar mehr Druck heraus, als die kompakten Abmessungen vermuten lassen. Überraschend ist außerdem die Räumlichkeit. Trotz reinem Stereo-Setup entsteht ein plastisches Klangbild, in das man beim Film tatsächlich eintaucht. Mit physischen Rücklautsprechern ist das natürlich nicht vergleichbar, der echte Surroundeffekt fehlt. Dafür bekommen Sie tonal mehr Qualität, als eine Soundbar in dieser Disziplin liefert.

Weniger Effekthascherei, mehr echte Qualität: Der NX-70A ist für viele die bessere Soundbar, verlangt aber den Verzicht auf echten Surround Sound.

Was bringt die YPAO-Einmessung?

YPAO misst per mitgeliefertem Mikrofon den Raum aus und korrigiert zwei Dinge: den Frequenzgang über einen Equalizer und die Abstände, also die Laufzeiten zum Hörplatz. Je genauer die Laufzeiten stimmen, desto präziser werden Objekte im Klangbild abgebildet.

Beim Film ist das Ergebnis eindeutig. Mit aktiver Einmessung kommt die Räumlichkeit deutlich besser rüber, wir würden sie hier immer einschalten. Im reinen Musikbetrieb ist die Sache eine Geschmacksfrage. Ohne Einmessung wirkt der Klang eine Spur spitzer, was uns persönlich zusagt. Mit Einmessung klingt es harmonischer und räumlicher. Beides hat seine Berechtigung, ausprobieren lohnt sich. Unterm Strich raten wir dazu, die Einmessung durchzuführen und dann selbst zu entscheiden.

Tipp zum Subwoofer: In Räumen unter rund 20 Quadratmetern reicht der NX-70A ohne Subwoofer gut aus. In größeren Räumen oder wenn Sie bei Action-Filmen mehr Punch wollen, empfehlen wir einen zusätzlichen Subwoofer über den vorhandenen Subwoofer-Ausgang.

Häufige Fragen zum NX-70A Test

Kann der Yamaha NX-70A eine Soundbar ersetzen?

Ja, und in puncto Klangqualität sogar deutlich besser. Im Test lag der NX-70A klar vor den allermeisten Soundbars: bessere Dialogwiedergabe, mehr Dynamik und ein echtes Stereobild für Musik. Was fehlt, ist echter Surround Sound mit Lautsprechern hinter dem Hörplatz.

Brauche ich zusätzlich einen Verstärker oder Streamer?

Nein. Verstärker, Netzwerk-Streaming und HDMI-Eingang stecken im Lautsprecher selbst. Bluetooth, AirPlay 2, Google Cast, Tidal Connect, Spotify Connect und Qobuz sind direkt integriert. Für TV-Ton genügt ein HDMI-Kabel zum Fernseher oder Laser TV.

Funktioniert der NX-70A auch ohne Netzwerkkabel?

Ja. Eine LAN-Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern ist nicht nötig. Wir haben das System komplett im WLAN betrieben, und zwar in einem Studio mit vielen weiteren Funkgeräten. Es lief stabil. Bei schwachem heimischem WLAN ist Kabel trotzdem die sichere Wahl.

Für welche Raumgröße eignet sich das System?

In kleinen und mittelgroßen Räumen bis etwa 20 Quadratmeter spielt der NX-70A auch ohne Subwoofer kräftig und mit Struktur im Bass. In größeren Räumen oder bei ausgeprägtem Bass-Hunger sollten Sie einen Subwoofer ergänzen.

Bei uns im HEIMKINORAUM steht ein solches System aufgebaut und spielbereit. Wenn Sie den Unterschied zu einer Soundbar selbst hören möchten, vereinbaren Sie einfach einen Termin. Passende Ergänzungen finden Sie in unserer Auswahl an Lautsprechern und im Bereich Soundbars.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Klanglich deutlich besser als die allermeisten Soundbars
  • Sehr gute Sprachverständlichkeit, Dialoge per App anhebbar
  • Hohe Impulstreue, klare Kontur im Bass, viel Räumlichkeit
  • Verstärker, Streamer und HDMI-Eingang bereits integriert
  • Breites Streaming-Angebot inklusive Qobuz und Tidal Connect
  • YPAO-Raumeinmessung mit hörbarem Gewinn beim Film
  • Hochwertige Verarbeitung, Alu-Deckplatte, fingerabdruckfreie Front
  • Stabiler WLAN-Betrieb auch in funkbelasteter Umgebung

Schwächen

  • Kein echter Surround Sound, Rückkanäle fehlen bauartbedingt
  • In größeren Räumen ist ein Subwoofer für mehr Punch empfehlenswert
  • Die Einmessung verändert den Charakter, beim Musikhören Geschmackssache
  • Passender Standfuß nur gegen Aufpreis erhältlich
  • Keine Abdeckung für die Chassis im Lieferumfang

Fazit zum NX-70A Test: Für wen lohnt sich der Yamaha?

Der Yamaha NX-70A ist für viele Wohnzimmer die bessere Soundbar. Sie bekommen einen authentischeren Klang mit weniger Effekthascherei, dafür mit hoher Dynamik und einer Dialogwiedergabe, die so manches Center-Chassis alt aussehen lässt. Dazu kommt der Punkt, an dem Soundbars prinzipbedingt scheitern: ein echtes Stereobild für Musik, ohne dass ein separater Verstärker oder Streamer danebenstehen muss.

Unsere klare Empfehlung gilt allen, die den HiFi-Weg gehen wollen. Also Musik als Schwerpunkt, dazu eine ehrliche Film- und Fernsehwiedergabe über HDMI ARC. In Räumen bis etwa 20 Quadratmeter funktioniert das Paar auch ohne Subwoofer, darüber ergänzen Sie am besten einen. Die YPAO-Einmessung sollten Sie in jedem Fall durchführen, beim Film bringt sie einen deutlichen Zugewinn an Räumlichkeit.

Wenn Sie dagegen auf richtigen Atmos-Sound aus sind und vom Klang komplett eingehüllt werden möchten, ist der NX-70A nicht die erste Wahl. Dafür braucht es ein echtes Mehrkanal-Setup. Wer diesen Kompromiss bewusst eingeht, bekommt hier ein ausgewachsenes Stereosystem in zwei kompakten Gehäusen, das im Alltag mehr Freude macht als die meisten Soundbars dieser Klasse.


 

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