Blu-Ray gegen Ultra HD Blu-Ray


Ekki Schmitt und Stefan Wesche, Experte bei HEIMKINORAUM

Vergleich: Herkömmliche Blu-Ray gegen die neue UHD Blu-Ray

Alle Vorteile in der kompakten Übersicht
 

Seit über einem Jahr ist die 4K / UHD Blu-Ray auf dem Markt und richtet sich an den besonders anspruchsvollen HighEnd Anwender. Dies lassen sich die Filmstudios auch bezahlen: Mit €25.- bis €40.- sind UHD-BDs nahezu doppelt so teuer wie herkömmliche Blurays.  Doch was für qualitative Vorteile bieten die UHD BDs für Ihr Geld und welche Hardware benötigt man, sie auch auszureizen? In diesem Special geben wir den Überblick…

 

 

Die vierfache Auflösung 

Der am meisten beworbene Vorteil der neuen Blurays steckt schon im Namen: „4K“ bzw. „UHD“, beides umschreibt die „UltraHD“ Auflösung von 3840x2160 Bildpunkten. Dies entspricht der vierfachen(!) Auflösung gegenüber der herkömmlichen Bluray. Dementsprechend detailreicher und „schärfer“ ist die Abbildung kleiner Details. Auch Artefakte wie Kantenflimmern in Bewegungen oder Moirée Mustern in feinen Strukturen gehören mit der UHD-BD der Vergangenheit an.

 

Um den Vorteil der höheren Auflösung auch visuell nutzen zu können, braucht man selbsterklärend einen TV mit nativer 4K Auflösung. Doch damit alleine ist es noch nicht getan, das Verhältnis aus Bildgröße und Sichtabstand muss auch stimmig sein, damit unsere Augen das Mehr an Auflösung überhaupt erkennen können. Das Non-Plus-Ultra ist sicherlich die Projektion eines großen Bildes mit einem nativen 4K Projektor (z.B. Sony VPL-VW550), was dem derzeitigen Kinostandard entspricht.

 

Die originalen Kinofarben 

Der bisherige HD-Standard (Rec709), wie er von herkömmlichen Blurays unterstützt wird, ist nicht in der Lage, alle Farben des Kino-Originals abzudecken. Vor allem sehr kräftige Rot- und Grüntöne erscheinen mit der herkömmlichen Bluray blasser, als im Original.

 

 Vergleich der Farbräume

 

Dies hat sich mit der UHD-Bluray geändert: Dank des neuen Rec2020 Farbstandards wird auch der originale Kinofarbraum (DCI) abgedeckt und alle Farben des Kinooriginals sind ohne Veränderung auf der UHD-BD aufgezeichnet.

 Bildvergleich aus Life of Pi

 

Um auch wirklich in den Genuss der originalen Kinofarben zu kommen, muss der verwendete Fernseher oder Projektor auch in der Lage sein, den Kinofarbraum zu erzeugen. Dazu geeignet sind OLED TVs, Quantum Dot TVs und Projektoren mit speziellem DCI Farbfilter .



Feinere Farbnuancen 

Herkömmliche Blurays sind lediglich mit 8 Bit aufgezeichnet, was 256 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal entspricht. Insgesamt sind damit rund 16,7 Millionen Farbnuancen darstellbar. Bei der UHD Bluray wurde die Bittiefe auf 10bit erhöht, was 1024 Helligkeitsstufen pro Farbkanal und insgesamt rund einer Milliarde(!) Farbnuancen entspricht. Farbübergänge wie z.B. bei Sonnenuntergängen werden dadurch wesentlich fließender als bei der herkömmlichen Bluray.


 Blu-Ray (8 Bit Farbtiefe) 

 

Durch die höhere Farbtiefe sind feine Übergänge wesentlich fließender

 Ultra HD Blu-Ray (10 Bit Farbtiefe) 

Selbstredend muss die verwendete Paneltechnologie des TVs oder Projektors ebenfalls in der Lage sein, feine Nuancen optisch umsetzen zu können.



Höhere Helligkeit in Spitzenlichtern 

Durch die höhere Bit-Tiefe und eines speziellen „HDR“-Gammas (High Dynamic Range) ist es für die UHD-Bluray möglich, einen höheren Dynamik- / Helligkeitsbereich abzudecken. Helle Bildelemente wie Sonnen, Sterne, Scheinwerfer etc., werden optisch heller abgebildet und erscheinen authentischer, der gesamte Bildeindruck wird damit realistischer, der „Blick aus dem Fenster“ noch echter.

 Der Marsianer - Blu-Ray (8 Bit Farbtiefe) 

 

Mit 10bit HDR werden helle Elemente heller und Schattenbereiche dunkler
Die Bildplastizität nimmt zu. 

Der Marsianer - Ultra HD Blu-Ray (10 Bit Farbtiefe)  

 

Voraussetzung ist hierfür ein „HDR“-tauglicher TV, der genügend Lichtreserven für die Highlights reserviert. Derzeitige Referenz ist hier momentan der Sony ZD9 mit bis zu 2000cd/m² Leuchtdichte.

 

 

Feinere Schattendurchzeichnung

Ebenfalls der 10bit / HDR Aufzeichnung geschuldet ist eine feinere und naturgetreuere Durchzeichnung von dunklen Bildelementen nahe an Schwarz. Der Effekt der künstlichen Aufhellung oder des „Absaufens“ in Schwarz wird damit eliminiert.

 
Exodus - Blu-Ray (8 Bit Farbtiefe)  

 

Die UHD-Bluray bietet mit HDR eine subtilere und dennoch bessere Durchzeichnung, als die Standard-Bluray.

 
Exodus - Ultra HD Blu-Ray (10 Bit Farbtiefe)  

Das System arbeitet besonders gut, wenn der TV ein perfektes Schwarz abbilden kann, vor dem sich die feine Schatten-Durchzeichnung gut abheben kann. Die derzeitige Referenz sind in Sachen Schwarz zweifelsohne die OLED-TVs.

 

Neue Tonstandards

Obwohl nicht ausschließlich an die UHD gekoppelt werden begehrte Tonstandards wie Dolby Atmos, DTS-X oder Auro 3D besonders konsequent auf UHD-Blurays aufgezeichnet, leider aber oft nur in englischer Sprache.

 

Für die neuen Tonstandards benötigt man einen entsprechenden kompatiblen Verstärker und entsprechende Zusatz-Lautsprecher.


 

Fazit 

Die UHD Bluray ist tatsächlich in fast jeder Hinsicht besser als ihr FullHD Vorgänger: Sie ist schärfer / detailreicher mit vierfacher Auflösung, ihre Farbdarstellung authentischer mit originalen Kinofarben, die Farbnuancen feiner und natürlicher, helle Elemente strahlender und die Schattendurchzeichnung subtiler. Hinzu kommen die modernsten Tonstandards.

„Last but not least wird die UHD Bluray voraussichtlich das letzte physikalische Kaufmedium sein, bevor die Filmstudios komplett auf Streaming wechseln und Kaufmedien aus den Geschäften verschwinden werden. Echte Jäger und Sammler sollten hier also zuschlagen, in besserer Qualität werden keine Silberscheiben mehr kommen!

 

 

 



Kommentare

Abwarten
Von am 28. Januar 2019

Also erstmal schauen nicht alle Filme die jetzt auf UHD raus kommen gut aus, man muss sich schon genau vorher informieren. In einigen Fällen reicht wirklich die Blu-ray aus. Zum andere wäre der ach so tolle Dolby Atmos und DTS X Ton. Na wenn da mal alle Labels mitmachen würden. Man schaue sich Universal, Warner an die bei ganz aktuellen Titeln nur einen DD 5.1 Ton auf deutsch auf die Disc drauf packen also nix da mit Atmos. Da holt man sich neues Equipment um dann den Ton nur in englisch genießen zu können na vielen Dank auch.
Und zuguterletzt die Preise. In den USA kosteten UHD Filme am Black Friday zum Teil 8 Dollar wir reden von 8 Dollar.

Also wer einen neuen 4K Tv hat bei dem sieht die Blu-ray auch schon gut aus im moment sehe ich keinen Sinn darin auf UHD umzusteigen.

Und zum Thema letztes Medium. Also alle großen Studios werden später nur noch Streaming anbieten ? Das glaube ich nicht. Gerade durch das illegale Streamen machen die Studios auch Verluste. Der Verkauf von Medien macht doch einen großen Umsatz aus. Und Sammler wollen was im Regal stehen haben und nicht Streamen. Das glaube ich nicht das es das letzte Medium sein wird.

Spätestens mit 8K kommt da noch was. Neue Player, neue TVs und neue Tonformate.
Die großen Firmen lassen sich das nicht ergehen.

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Werbung
Von am 09. Dezember 2018

Schöne Werbung der Industrie.

Nur die möglichen, ausgewählten, theoretisch möglichen Vorteile aufgeführt.

In der Praxis vermögen die wenigsten Fernseh-Gucker tatsächlich die Unterschiede ob der verfügbaren Medien zwischen eine Blu Ray und einer UHD zu erkennen.

Und wegen einer 10%-Verbesserung des Bildes gebe ich nicht mein bestehendes Heimkino zugunsten einer mehrere tausend Euro neuen Anschaffung für 4K-Equipment auf.

Von HEIMKINORAUM HEIMKINORAUM am 11. Dezember 2018

Wir zeigen das in unserer Ausstellung sodass sich jeder seine eigene Meinung bilden kann, aber erstrecht 4K Streaming ist ein unheimlich großer Gewinn hinsichtlich der Bildqualität gegenüber FullHD Streams. Keine Artefakte mehr in dunklen Bildbereichen usw. und auch der größerer Farbraum auf UHD Disc's inkl. HDR mit viel plastischerem Kontrast machen die Unterschiede deutlich sichtbar für jeden.

Von Volkmar am 04. Februar 2019

Ich bin froh wenn ich über sky und Netflix HD Filme streamen kann ohne das es ruckelt trotz schnellem Internet. Wie soll das erst bei 4k werden ?

Von HEIMKINORAUM HEIMKINORAUM am 05. Februar 2019

Wenn es ruckelt kann das an mehreren Dingen liegen wie z. B. falsche Bildwiederholrate oder keine Zwischenbildberechnung.

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Sehr netter Vergleich
Von am 20. Juni 2017

Bald sollte die UHD BD im Vergleich sogar noch besser aussehen, wenn bald noch Dolby Vision dazukommt....

Von Alex am 21. Juni 2017

Habe bei einem direkten Beamervergleich nur ein bunteres Bild gesehen und der UHD Zuspieler war dunkler in gewissen Bereichen, was ich nicht als Vorteil sah, da ich nur noch schwarz und sonst nichts sah. Größtes Manko an der UHD BD ist die nicht vorhanden 3D kompatibilität. Bin nicht überzeugt. Der "Mehrwert" erschließt sich mir noch nicht.

Von Volkmar am 04. Februar 2019

Das ärgert mich auch am meisten, dass 3D nicht kompatiebel ist, obwohl mit 4K in 3D endlich eine vernünftige Auflösung machbar währe !

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