Leinwand Kaufberatung - worauf Sie achten sollten


Christian Obermayer und Ekki Schmitt, Experte bei HEIMKINORAUM

Ein Heimkino bildet eine Einheit, bei dem jede Komponente zur Bildqualität beiträgt: Der Projektor, die Zuspielung, der Raum und schließlich die Leinwand, die als letztes Glied in der Kette das Bild in Richtung Zuschauer reflektiert.

Leinwand Kaufberatung 2017 


Es ist leicht einzusehen, dass die Leinwand einen nicht unerheblichen Anteil an der möglichen Bildqualität hat. Früher war ihre Aufgabe einfach: Das Bild möglichst unverfälscht und ohne Verluste zu reflektieren. Doch aufgrund stetiger Weiterentwicklungen und immer flexibler einsetzbarer Beamer gibt es mittlerweile Dutzende von Varianten, die auf unterschiedlichste Einsatzorte und Zwecke besonders spezialisiert sind. Wir geben einen Überblick, was beim Leinwandkauf zu beachten ist…


Die Größe

Gerade für Anfänger ist die Frage der Größe der Leinwand oft die schwierigste: Was ist zu klein, was ist zu groß? Da die Faszination des Kinos gerade das große Bild ausmacht, gibt es theoretisch kein „zu groß“, dennoch muss man verschiedene Faktoren berücksichtigen:

Der limitierende Faktor sind in erster Linie die Raumgröße und der damit verbundene maximale Projektionsabstand. Er setzt das mögliche Maximum in der Bildgröße fest. Es liegt bei hiesigen Wohnraumgrößen oft zwischen 2,2m und 4m Bildbreite. Ob man diese maximale Größe auch wirklich ausreizen möchte, hängt von weiteren Faktoren ab: Sichtabstand, Bildmaterial und Raumbreite.

 Leinwandgröße

Für den notwendigen Ton sorgen externe Lautsprecher, die neben der Leinwand positioniert werden müssen, für sie muss also weiterer Platz reserviert werden. Alternativ können akustisch transparente Leinwände verwendet werden, die die Positionierung hinter der Leinwand erlauben. Aufgrund der immer besser werdenden Bildqualität, kann der Betrachter immer näher an die Leinwand rücken. Bei modernen 4K Quellen und Beamern ist es tatsächlich so, dass es so gut wie keinen anderen Mindestabstand mehr gibt, als das persönliche Empfinden. Doch im Alltag haben wir es gerade bei TV-Übertragungen noch mit weniger hochwertiger Qualität zu tun, so dass wir einen Mindestabstand von einfacher Bildbreite empfehlen. Obige Faktoren führen im Durchschnitt zu einer Leinwandgröße zwischen 2,5 und 3,5m.

Rahmen oder aufrollbar?

Die nächste Frage betrifft die Ausführung: Leinwände gibt es fest gespannt auf einem Rahmen (ähnlich einem Bild) oder bei Bedarf ausfahrbar, wie ein Rollo, elektrisch oder mechanisch. Welche Variante ist die beste?

Welche Leinwand ist die beste

Aus bildqualitativer Sicht ist die Rahmenleinwand sicherlich die beste Wahl, denn das Tuch ist auf einem Metallrahmen fest gespannt, absolut plan und sorgt so für eine optimale Reflektion. Doch bei Nichtgebrauch hängt sie wie ein langweiliges Bild an der Wand und ist nicht gerade eine Augenweide.

Frameless Leinwand
Optisch elegant sind „rahmenlose“ Rahmenleinwände

Eine Alternative ist die aufrollbare Variante, die man nur bei Bedarf herunter lässt und sonst den Raum nicht durch ihre Anwesenheit stört. Lediglich ein schmaler Rollkasten weist auf eine Leinwand hin, der je nach Raumbeschaffenheit sogar in der Decke eingelassen werden kann.

Einbauleinwand

“Versenkbare Leinwand“

Diesen praktischen Vorteilen stehen Nachteile in der Planlage und Maskierung gegenüber. Hängende Tücher sind einfach nicht so perfekt plan, wie gespannte, was uns zum nächsten Entscheidungspunkt bringt.

Tension Leinwand?

Um den Nachteil des hängenden Tuches von Rollo-Leinwänden auszugleichen, gibt es spezielle „Tension“-Varianten, die mit einem seitlichen Seilzug ausgestattet sind. Ziel dieser Gummibänder ist es, die sonst unvermeidbaren Tuchwölbungen an den Rändern („Ohren“) glatt zu ziehen.

Gespannte Leinwand

 

Tension-Leinwände sind gerade für Perfektionisten und größere Bildbreiten die erste Wahl, denn je größer das Tuch, desto anfälliger wird es für Wellenbildung und Ohren. Sie haben aber auch ihren Preis. Gute Varianten kosten beträchtlich mehr als ihre einfachen Leinwandbrüder ohne Seilzug.

16:9, 21:9 oder Multiformat?

Im Heimkino haben wir es mit verschiedenen Bildformaten zu tun: TV-Übertragungen und Serien liegen im gängigen 16:9 Format vor, Spielfilme entsprechen meist dem 1,85:1 Format (nahe 16:9) oder dem besonders beliebten Cinemascope Format von ca. 21:9.

Multileinwand Test

 

Alle diese Formate können auf einer herkömmlichen 16:9 Leinwand projiziert werden, lassen aber gewisse Bereiche unbeleuchtet, was das Kontrastempfinden schmälert. Besser sieht es aus wenn das Bild passgenau in Schwarz gefasst wie ein „Passepartout“.

Maskierbare Motorleinwand

Eine elektrische Leinwand kann durch ein zweites Maskierungstuch 
das sichtbare Format ändern.

Wer überwiegend Spielfilme sieht, ist mit einer 21:9 Variante besser bedient, liegt Videomaterial im Schwerpunkt ist die 16:9 Variante die bessere Wahl. Wer gar keine Kompromisse eingehen will, wählt eine „Multiformat“ Leinwand, die ihre schwarze Maskierung auf die verschiedenen Bildformate anpassen kann.

Durchgehend oder akustisch transparent?

Wir haben es oben schon erwähnt: Ein herkömmliches Leinwandtuch dämpft den Ton zu stark als dass die Lautsprecher dahinter positioniert werden könnten, sie müssten seitlich und unterhalb installiert werden. Doch im „richtigen“ Kino kommt der Ton auch direkt aus dem Bild, was wesentlich authentischer wirkt. Wie ist das möglich?

Akustiktuch Leinwand

Die Lösung sind akustisch transparente Tücher, die durch ihre gewebte Struktur oder durch eine Perforierung den Schall passieren lassen. Sie ermöglichen die Positionierung der Lautsprecher dahinter, so dass die Frontkanäle tatsächlich aus dem Filmgeschehen ertönen und so eine bessere Einheit bilden. Den gewonnen Platz kann man außerdem für eine breitere Leinwand nutzen, was das Kinofeeling weiter verstärkt.



Oben: Gewebtes Akustiktuch
 / Unten: Mikroperforiertes Tuch

 Perforation Leinwand

Bei akustisch transparenten Leinwänden muss man aber penibel darauf achten, dass sie die Bildqualität nicht zu sehr beeinträchtigen. Schlechte Fabrikate sorgen für Lichtverlust, Reflektionen hinter der Leinwand, Interferenzen bei hohen Auflösungen und Unschärfen. Nur wenige Typen zeigen kaum Kompromisse und sind entsprechend teurer.

Weiß matt oder Kontrast-steigernd?

Kommen wir schließlich zu grundlegenden Tucheigenschaft, die eingangs schon erwähnt wurde: Früher waren weiß matte Leinwände die Regel, doch inzwischen gibt es unzählige Varianten, die eine vermeintliche Bildverbesserung suggerieren. Wir geben einen kleinen Überblick:

mattweisses Leinwand Tuch 

Das „mattweiße“ Tuch ist in der Tat die „ehrlichste“ Form der Leinwand, denn es reflektiert das Bild weitgehend in alle Richtungen, ohne es selbst zu beeinflussen. Das mattweiße Tuch agiert quasi wie ein neutraler Spiegel. Tatsächlich hängt das Bildergebnis mit ihm auch in erster Linie von der Beamerqualität ab, sowohl in Helligkeit, als auch Kontrast und Schärfe. Einschränkungen im Sichtwinkel gibt es auch nicht, da müsste die mattweiße Leinwand doch pauschal stets die beste Wahl sein? So trivial ist die Antwort leider nicht, denn die mattweiße Leinwand hat auch die Eigenschaft, Licht von allen Seiten zu reflektieren.

Streulicht weisse Leinwand

Streulicht im Raum

Im normalen Wohnzimmer agieren sozusagen alle drei verbleibenden Wände und die Decke wie zusätzliche Leinwände und reflektieren das Beamer-Licht nach Ping-Pong Prinzip hin und her. Das Bild wird „vermischt“ und wirkt im Endeffekt farblich wesentlich blasser und kontrastschwächer als das Original. Im schwarzen Raum hat man dieses Problem natürlich nicht, nur hier läuft die mattweiße Leinwand zur Höchstform auf.

Unterschied Cinegrey 5D weiss 

Des Problems des Streulichts im Wohnzimmer nehmen sich so genannte Kontrastleinwände an: Durch eine Spezialbeschichtung in Kombination mit grauer Grundfärbung filtern sie Fremdlicht und ignorieren so das schädliche Streulicht, der Kontrast und die Farbdarstellung werden reiner. Doch ganz ohne Nebenwirkungen erreichen die Kontrastleinwände diese Verbesserungen nicht: Der mögliche Sichtwinkel wird verengt, die Ausleuchtung des Bilds ist zu den Rändern etwas dunkler und ein leichtes „Glitzern“ (durch Glaspartikel) entgeht dem guten Auge ebenfalls nicht. Wie immer gilt: Gute Fabrikate unterscheiden sich signifikant von schlechten, die besten Varianten kosten Aufpreis.

Aber auch andere Defizite des Raumes oder Beamers können durch Spezialtücher ausgeglichen werden: High-Gain Leinwände machen das Bild heller, graue Leinwände verbessern den Schwarzwert und Kontrast, usw… usw.., die Auswahl ist vielseitig.

Soweit die Details und Erläuterungen zu den möglichen Varianten, setzen wir diese nun in Bezug zum Raum:

Der eigene Kinoraum

Hat man das Glück, einen eigenen Raum für das Heimkino einrichten zu können, kann man den Raum komplett „streulichtoptimieren“, was durch eine Dunkelfärbung aller Wände gelingt.

Leinwand Beratung dunkler Raum

Dunkle Wände eliminieren Streulicht

Ohne das Problem des Streulichts ist die Wahl des Tuches schnell gefunden: Mattweiß ist hier die erste Wahl, da es das Bild unverfälscht und frei von Nebenwirkungen entfaltet. Zu entscheiden bleibt noch die akustische Eigenschaft: Wer die absolute Kinoauthentizität mag, wählt das akaustisch transparente Tuch und positioniert alle Lautsprecher unsichtbar hinter der Leinwand. Zu beachten ist allerdings, dass dadurch etwas Raumtiefe eingebüßt wird und sich der Projektionsabstand verringert.

 21:9 Leinwand groß Test

In Sachen Leinwandgröße und Format ist der kompromissloseste Ansatz zweifelsohne die gemäß Raumgröße und Projektionsabstand größtmögliche Bildbreite im originalen Kinoformat (21:9), mit seitlicher Maskierungsmöglichkeit auf 16:9, dies alles natürlich als fest montierte Rahmenleinwand für beste Planlage. Dank elektrischen „Lens-Memories“ der marktführenden Heimkinoprojektoren erfolgt die optische Formatumschaltung per Knopfdruck auf der Fernbedienung. 

Das Heimkino im Wohnzimmer

Möchte man das Heimkino elegant im Wohnzimmer integrieren, muss die Leinwand an die räumlichen Begebenheiten angepasst werden. In modern gestylten Räumen kann eine randlose Rahmenleinwand durchaus elegant wirken, doch in den meisten Wohnzimmern ist eine unauffällige Installation einer elektrischen Roll-Leinwand beliebter.

Bei elektrischen Leinwänden ist das 16:9 Format obligatorisch, kann aber durch Multiformat Erweiterungen ergänzt werden. Wer auf eine hohe Qualität Wert legt, sollte auf eine Tension-Variante nicht verzichten.

 

In den meisten Fällen sind die Lautsprecher der Soundanlage ohnehin seitlich positioniert, so dass eine akustisch transparente Leinwand nur selten notwendig wird. Zudem gibt es nur sehr aufwändige und entsprechend teure Lösungen für akustisch transparente Rollo-Leinwände.

 Tension Motorleinwand


Bleibt die Wahl der Tuchart: In hellen, lichtdurchfluteten Räumen mit viel Glasflächen, die man nicht immer komplett für den Großbildgenuss verdunkeln kann, ist zweifelsohne ein Kontrasttuch vorzuziehen, hier wird der Beamer besser ausgereizt.

Heller Raum mit weisser Leinwand 

Ist der Raum hingegen eher farblich gedämpft und verfügt über evtl. hohe Holzdecken, kann eine herkömmliche mattweiße Oberfläche zu bevorzugen sein. Je dunkler der Raum, desto weniger benötigt man ein Spezialtuch.

 

Fazit:

Selbst wenn man nur obig erläuterte Grundvariationen einer Leinwand betrachtet (Größe, Rahmen oder Rollo, Format, Tuch), erhält man rechnerisch schon hunderte Kombinationsmöglichkeiten, die zur Auswahl stehen. Geht man noch weiter ins Detail (z.B. Rollkastengröße, Form und Farbe, Ambilight, Automatisierung, Einbau), ist die Auswahl im wahrsten Sinne des Wortes „unendlich“.

Leinwand Kaufberatung 2017

Doch das sollte nicht entmutigen, denn tatsächlich fällt die Auswahl in vielen Fällen überraschend leicht, wenn man zusammen mit einem Experten eine auf den Raum ausgerichtete Vorauswahl trifft und die in Frage kommenden Kandidaten mit eigenen Augen begutachtet. Das individuelle Empfinden rät einem ganz intuitiv beim Probesehen schnell zur persönlich besten Variante, der „Liebling“ ist schnell gefunden und kann bei Bedarf noch im Detail konfiguriert werden.

 Leinwand Beratung vor Ort

Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie einfach in einem unserer zahlreichen Heimkinoräume in ganz Deutschland vorbei und überzeugen Sie sich selbst, alle oben aufgeführten Varianten sind dort in angenehmer Wohnzimmer- und Kinoatmosphäre direkt miteinander vergleichbar... wir freuen uns auf einen unverbindlichen Besuch.

 



Kommentare

Fast so umfangreich wie die Beratung im Laden
Von am 14. Februar 2017

Hallo, da steht ja schon einigest drin.... allerdings komme ich um einen Besuch im nächsten Heimkinoraum nicht rum. Ich muss unbedingt eine CineGrey 5D live sehen. Habt ihr sowas in München aufgebaut?

Von HEIMKINORAUM HEIMKINORAUM am 15. Februar 2017

Ja, haben wir aufgebaut.

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Hilft
Von am 14. Februar 2017

Danke für den informativen Bericht - das hilft doch immens bei der Wahl

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