Teil 3 - Raumakustik für Wohnzimmer und Heimkino


Jürgen Bürtsch, Experte bei HEIMKINORAUM

Lesen Sie unser "Special" zum Thema Raumakustik für Wohnzimmer und Heimkino:

Teil 1 - „Das subjektive Hören“

Teil 2 - Raumakustik ist Physik - muss ich jetzt Sheldon Cooper heißen?

Teil 3 - Der ideale Raum - der Norm Raum - die Realität

Teil 4 - Praktikable Lösungen für reale Probleme.

Teil 5 - Fazit und Lösungsbeispiele.

 

Teil 3 - Der ideale Raum - der Norm Raum - die Realität

Wenn man sich ihn bauen könnten, den idealen „Hörraum“ mit optimaler Akustik - wie würde der dann aussehen? Hierzu gibt es einige einfache Regeln. Fangen wir zunächst mit der Geometrie an. Der Raum sollte keine Kugel oder Kuppel enthalten, denn dort ergeben sich Brennpunkte. Vermeiden sollte man parallele gegenüber liegende Flächen, zwischen denen sich der Schall aufschaukeln könnte. Der Raum sollte zudem nicht quadratisch sein und auch keine Vielfachen in der Länge, Breite oder Höhe betragen. Also nicht 10m Lang, 5 m breit und 2,5 m hoch sondern besser 8 m lang, 5 m breit und 3 m hoch. Neben diesen einfachen Regeln gibt es noch eine Vielzahl weiterer Regeln, die man beachten kann.

Aber nicht nur die Geometrie, das Volumen sondern auch die Ausgestaltung des Raumes spielt eine wesentliche Rolle. Das beginnt bei der Schallerzeugung. Lautsprecher mit eine durchgängigen Schallwand, also bündig in die Wand eingebaut sind besser als im Raum stehende Gehäuse, an denen sich bereits Beuge- und Auslöschungseffekte einstellen. Die Oberflächenbeschaffenheit des Raumes spielt vor allem für die Nachhallzeit und die Reflexionen eine große Rolle. Aber wie sieht es eigentlich mit einer Norm aus. Leider können wir zum Thema Raumakustik nur wenige Normen für den guten Klang zu Rate ziehen. Da wäre zunächst die DIN 18041 die Aussagen zur Sprachverständlichkeit und zur Nachhallzeit gibt. Dabei unterscheidet die Norm die Nutzung der Räume und schwank zwischen 0,3 Sekunden für Aufnahmeräume bis zu 1,5 Sekunden bei Konzerträumen. Extreme Beispiele sind der Köln er Dom, der eine Nachhallzeit von 13 Sekunden hat, und so eine Predigt sehr schwer verständlich ist. Wie sich jedoch eine Orgel dort anhört, steht auf einem anderen Blatt.

 

Kölner Dom mit einer Nachhallzeitvon bis zu 16 Sekunden
Köln er Dom von innen ... schön aber mit extremen Nachhallzeiten

Ganz anderes sieht es noch einmal bei der Planung von Konferenz Räumen oder Konzert Sälen aus. Hier muss zusätzlich berechnet werden, ob bei vollem Saal mit ca. 1.500 Zuhörern jedem ein gleichmäßig guter Ton dargeboten werden kann. Ähnlich verhält es sich beim Bau großer Kinosäle. Um hier die Realität vorwegzunehmen, sind umfangreiche Planungen und komplexe Berechnungen durchzuführen, die man besser Profis überlässt. Aber bei uns geht es ja um die Raumakustik im Wohnzimmer oder Heimkino und da wird die Sache glücklicherweise etwas einfacher.

Planung des Raumes für eine gute Raumakustik

In der Theorie kann man also schon bei der Planung des Raumes einiges für eine gute Raumakustik tun. Leider sieht die Realität zu 95% ganz anders aus, denn den Hörraum gibt es schon. Unsere Planer stehen also meist in einem fertigen Raum und müssen nun mit viel Know How und Erfahrung das Beste daraus machen.

Heimkino in einem bestehenden Kellerraum
Räume finden unsere Berater in der Regel schon vor - hier der Raum vor dem Einbau - Heimkino Joker Palace

Und wer jetzt denkt man beginnt dort, liegt falsch. Denn an dieser Stelle gehen wir zum Teil 1 unseres Spezials zurück und ermitteln die Hörvergangenheit und projizieren diese mit dem Kunden gemeinsam in die Zukunft.

Heißt, die genaue Kundenanalyse - wie hört der Kunde, was hört er, was ist er gewohnt, was stört ihn, was möchte er verbessert haben, was gefällt ihm, welche Hörvergangenheit hat er usw. sind essentiell. Erst nachdem dies alles ermittelt ist, kann eine sinnvolle Beratung über Lösungsmöglichkeiten stattfinden. Viele Kunden klagen über eine schlechte Sprachverständlichkeit bei Film und Fernsehen. Andere möchten lieber gepflegt Stereo Musik hören oder einen richtig satten Kinosound haben. Auch mit den neuen modernen Tonformaten wie Dolby True HD, Dolby Atmos oder Auro 3D.

 

Die selbe Perspektive nach allen Einbauten ... incl. Raumakustik Optimierung
Ein Blick ins Heimkino Joker Palace nach den Einbauten... made by Heimkinoraum

Aufmessung des Raumes

Dann beginnt die Auswahl des Verfahrens. Zunächst die professionelle Lösung. Hierbei wird die aktuelle Raumakustik vermessen, der Raum aufgemessen und alle im Raum verbauten Ausstattungen erfasst und deren Absorptionsgrade ermittelt. Auch die vorhandene Technik wird erfasst. Nach umfangreichen Berechnungen wird ein Plan erstellt, wie man die „Probleme“ lösen kann und entsprechende Umbaumaßnahmen vorgeschlagen. Diese Lösung ist nicht günstig weil entsprechend aufwändig. Und die vorgeschlagenen Umbaumaßnahmen sind meist von solch einem Ausmaß, dass viele Kunden die Umsetzung nicht gestatten. Je nach Raum betragen die Kosten für Planung und Ausführung sehr schnell über 20.000 Euro.

Messaufbau mit Mikrofon und Frequenzgenerator
Professionelle Messungen und Planungen, sowie die Umsetzung der Ergebnisse sind nicht für lau zu haben.

Raumakustik - die praktikable Lösung

Die praktikable Lösung geht mit sehr viel Know How und Erfahrung eher empirisch an die Sache heran. In einem Zimmer mit vielen glatten Flächen ist einem Fachmann auch ohne Messung klar, dass schon der Einzug von Teppichen oder Vorhängen eine deutliche Verbesserung des Hochton Bereiches ermöglichen. Die Beratung findet also eher auf der Ausstattungs- und Designseite statt, mit der man in vielen Wohnzimmern und Heimkinos bereits 80% des gewünschten Ergebnisses erreicht. Mehr zu diesem Verfahren im Teil 4 unseres Spezials.

3D Planung Heimkino
Zunächst die Ausstattung ... für das Auge und dann die Raumakustik ... für die Ohren!

Die Realität und Kompromissbereitschaft

Die Realität der vorhandenen Räume und die Kompromissbereitschaft des Kunden sind also die treibenden Faktoren bei der Verbesserung der Raumakustik. Was ist man bereit für bessere Raumakustik auszugeben? Und was ist man bereit am Raum zu ändern? Ohne eine Antwort auf beide Fragen, gibt es leider keine bessere Raumakustik. Wir haben schon erlebt, dass Kunden nicht bereit waren einen Aufbau Rauchmelder zu installieren. Dann brauchen wir über Diffusor en, Absorber oder andere Raumakustik Elemente gar nicht sprechen. Und ja es gibt noch die Hobby Akustiker die nahezu ohne Kompromisse ihren Raum zum optimalen Hörraum machen und auch den Einbau eines 5 m3 großen Helmholzresonators nicht scheuen. Mehr dazu im nächsten Teil 4.

Zum vorherigen Teil: Raumakustik ist Physik - muss ich jetzt Sheldon Cooper heißen

Zum nächsten Teil: Praktikable Lösungen für reale Probleme.

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Kommentare

Super
Von am 18. Februar 2015

Ich hab noch einige Fragen, kann man euch auch eine Email schicken?

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Danke
Von am 17. Februar 2015

Ich hab noch einige Fragen, kann man euch auch eine Email schicken?

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