Sony VZ1000 4K HDR Laser Kurzdistanzprojektor Test


Ekki Schmitt und Stefan Wesche, Experte bei HEIMKINORAUM

Test Sony VPL-VZ1000 4K HDR Ultrakurzdistanzprojektor

Eine echte Alternative zum herkömmlichen TV?

 

Der Trend zum möglichst großen TV-Bild wird immer stärker, Größen bis 65 Zoll sind keine Seltenheit mehr. Doch was tun, wenn das Bild an der Wand noch größer werden soll (90 bis 150 Zoll)? Flat-TVs jenseits der 75 Zoll sind nicht nur nahezu unbezahlbar, sondern auch so sperrig und schwer, dass die Installation nicht selten zum Abenteuer wird.

 
90 Zoll TV Koloss

 

Der ökonomischste Weg zum großen Bild sind bis dato Projektoren, doch diese benötigen neben mehreren Metern Projektionsabstand vor allem die absolute Dunkelheit im Raum, um ein kontrastreiches Bild zu erzeugen, daher waren sie bislang keine Konkurrenz zu den tageslichttauglichen Fernsehern.

 

 

Doch eine neue Generation von Beamern macht seit ca. 2 Jahren zunehmend von sich Reden: So genannte „Ultrakurzdistanzbeamer“ erzeugen aus wenigen Zentimetern Abstand sehr große Bilder und können so direkt vor der Wand platziert werden, auf die sie projizieren sollen. Sideboard und Beamer genügt also für das „echte“ Großbildvergnügen mit über 2,5m Diagonale.

 Utrakurzdistanzprojektoren brauchen weder
Decke noch Abstand

Bleibt das Problem der Abdunklung, denn niemand möchte zum TV-Schauen stets im Dunklen sitzen müssen. Hier ist (endlich) auch der technische Durchbruch gelungen: Spezielle Leinwände, die wie ein flaches Bild an die Wand gehängt (oder direkt in die Tapete eingearbeitet) werden, reflektieren fast ausschließlich nur das Licht, das aus dem steilen untere Winkel des Beamers kommt, während sie Fremdlicht aus anderen Richtungen ignorieren. Mit ihrer dunkelgrauen Grundtönung erzeugen sie so auch in hellen Räumen einen guten Kontrast mit TV-ähnlicher Bildplastizität.

 

In technischer Hinsicht konnten Ultrakurzdistanzbeamer dennoch nicht mit der neuesten Generation von Flat-TVs mithalten, denn sie bieten keine native UHD / 4K Auflösung mit dazugehöriger HDR und DCI Kompatibilität. Sie entsprechen vielmehr der „letzten“ FullHD SDR Generation. Zudem erlauben Lampenbasierende Geräte keine so unbesorgte Dauernutzung wie LED TVs mit nahezu unbegrenzter Laufzeit.

Dies alles will Sony nun mit seinem First Class Ultrakurzdistanz Beamer „VZ1000“ ändern: Mit nativer 4K Auflösung, HDR und BT2020 Unterstützung ist er bildtechnisch den TV-Kollegen ebenbürtig und seine Laserlichtquelle bietet eine Lebensdauer von über 20,000 Stunden, was selbst bei mehrstündiger täglichen Nutzung für zehn Jahre und mehr ausreichen sollte. Kurzum: Der Sony VZ1000 soll bei Bildgrößen ab 100 Zoll den herkömmlichen TVs das Fürchten lehren. Ob dieses Ziel realistisch ist und was man bei der Installation beachten sollte, zeigen wir in diesem Special.

 

Das Chassis

Der technische Aufwand, der hinter dem VZ1000 steckt, zeigt sich schon in seinen äußeren Dimensionen: Mit 925x218.5x493.8mm und einem Gewicht von rund 35kg ist er wahrlich kein Kompaktgerät, dennoch ist Sonys Designteam ein elegantes Äußeres gelungen, dass sich vor allem in moderne Wohnzimmer integrieren lässt. Zudem ist das Chassis so gestaltet, dass es auch komplett in Möbel integriert werden kann, ohne zu überhitzen, das unsichtbare Platzieren in einem Sideboard ist daher ebenfalls möglich.

 

 

Die Größe des VZ1000 ist auch der Kühlung geschuldet, die trotz des für große Bilddiagonalen erhöhten Energieaufwandes nahezu unhörbar leise arbeitet und so den TV-Genuss nicht stört.

 

 


Die Anschlüsse sind seitlich im Gerät versteckt und können unsichtbar im Möbelstück versteckt werden, was einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Fernsehern darstellt. Während bei letzteren zwangsläufig störende Kabel zum Bild führen, ist dieses beim VZ1000 vollkommen entkoppelt wie ein Gemälde an der Wand, zudem nur wenige Millimeter tief.

 


Bei Nichtgebrauch bzw. wenn ein Reinigungstag anliegt, können die optischen Elemente mit einem Handgriff hinter einer Blende geschützt werden, in der Luxusklasse des VZ1000 hätten wir allerdings einen elektrischen Antrieb erwartet, wie ihn in der Vergangenheit schon günstigere Modelle wie der LG Hecto boten.

 

Installation

Der Sony VZ1000 benötigt für eine Bilddiagonale von z.B. 100 Zoll lediglich einen Projektionsabstand von wenigen Zentimetern und kann so quasi direkt an der Wand platziert werden, auf die er projizieren soll, ein Sideboard genügt.  

  

Nahezu als Alleinstellungsmerkmal verfügt der VZ1000 über optische Anpassungsmöglichkeiten wie z.B. einen Lensshift.  Damit lassen sich feine Anpassungen machen, ohne das Gerät bewegen zu müssen. So einen Luxus gab es bei anderen Ultrakurzdistanzbeamern nicht.

Durch die kurzen Projektionsabstände, Fokus , Zoom und Lensshift ist der VZ1000 tatsächlich nahezu genau schnell installiert, wie ein herkömmlicher Beamer und der Bildspaß kann beginnen.

 

Bildqualität

Die Anforderungen an die Bildqualität eines Ultra-Kurzdistanzbeamers, der überwiegend als TV-Ersatz dienen soll, sind andere, als bei einem herkömmlichem Heimkinobeamer, der stets unter optimalen Bedingungen projiziert (abgedunkelter Raum). Dies hat Sony erkannt und die Bildeigenschaften des VZ1000 gegenüber den Frontprojektorvarianten (z.B. VW550) entsprechend angepasst:


Lichtleistung

Sony bewirbt die Lichtleistung des VZ1000 in den technischen Daten mit sage und schreibe 2500 Lumen, deutlich mehr als bei den anderen Heimkinobeamern. Diese Lichtreserven braucht der Beamer, um sich gegen das Sonnenlicht durchzusetzen. Und tatsächlich bestätigen unsere Messergebnisse die Werksangaben: Sogar nach einer Kalibrierung auf die richtigen Farben verbleiben bei unserem Testgerät über 2300 Lumen, damit ist der VZ1000 deutlich heller als ein VW550.


Farbdarstellung

Das Verblüffendste am VZ1000 ist, dass er seine Helligkeit nicht durch blasse Farben erkauft, wie viele andere Projektoren, sondern im Gegenteil: Er kombiniert diese hohe Helligkeit mit einem Farbraum, wie ihn kaum ein anderer Beamer schafft, der Laserlichtquelle sei Dank.

 

Auch dies erfolgt nicht ohne Grund: Das Tageslicht „wäscht“ die Farben eines Beamers aus, mischt sie sozusagen mit Weiß. Durch intensivere Farben kann der Beamer dies wiederum ausgleichen und das Ergebnis sieht auf der Leinwand wider natürlich farbenfroh aus.

 
Der Farbraum des VZ1000 entspricht bei über 2000 Lumen
immernoch 90% dem DCI Kinofarbraum

Auch in Verbindung mi 4K / HDR / DCI Farbraum macht sich der große Farbraum bezahlt, denn der VZ1000 erreicht tatsächlich 90% des originalen Kinofarbraumes (DCI P3) und ist in dieser Hinsicht UHD Premium tauglich. Mit Ausnahme des VW5000 bietet kein anderer Heimkinobeamer einen so großen Farbraum in Kombination mit so einer hohen Helligkeit. Der VZ1000 ist damit der hellste und zugleich bunteste Projektor am Markt.

 

 

Kontrast

Wo Licht ist, ist manchmal auch weniger Schatten, in diesem Fall Schwarzwert : Die Lichtoptimierung des VZ1000 geht hauptsächlich auf Kosten des Kontrastes, der mit 3000:1 weniger hoch ausfällt, als bei den Sony 4K Frontprojektoren. Die adaptive Lasersteuerung, die die Laserlichtlichtleistung in Echtzeit an den Bildinhalt anpasst, verdoppelt den Dynamikumfang auf rund 6000:1. Beides sind solide Werte und entsprechen dem Niveau von TVs, ein gleichwertiger Schwarzwert wird aber nicht ganz erreicht.


Bildschärfe

Ein 4K Projektor wie der VZ1000 wird nur dann seinem Namen gerecht, wenn er seine 8 Megapixel Auflösung auch angemessen scharf auf die Leinwand bringt. Diese Aufgabe ist wiederum bei einem Ultrakurzdistanzbeamer besonders schwierig zu erfüllen. Umso überraschter waren wir über die Schärfe, aus normalen Sichtabständen stand diese dem Sony VW550 Frontprojektor in nichts nach. Der VZ1000 ist somit in der Lage, seine Auflösung für kleine Details auszureizen.

 

Praxistest in Verbindung mit Elite Screens Aeon CLR

Eines Vorab: Ein Kurzdistanzbeamer kann nur dann als TV Ersatz dienen, wenn er von einer speziellen Leinwand unterstützt wird, die seitlich einfallendes Fremdlicht absorbiert, während die das Bild des Projektors reflektiert. Eine solch spezielle Ultrakurzdistanzleinwand ist die Elite Screen Aeon CLR.


Unterschied mit der Elite Screens Aeon CLR


Erwartungsgemäß am besten harmoniert der VZ1000 mit der Spezialleinwand von Elite Screens, mit ihr zeigt sich auch in Räumen mit Restlicht ein guter Schwarzwert und ein ansprechender Inbildkontrast. Mit seinem erweiterten Farbraum kann er sich auf Wunsch auch gegen Fremdlicht durch kräftige Farben „durchsetzen“ (TV Hell Modus).

 

Vom kleinen TV Bild daneben kaum zu unterscheiden!

 

Fazit

Richtig installiert (durch schlaue Raumplanung) kann der VZ1000 eine echte Alternative zu einem 100“ oder 120“ TV sein. Und da ist er dann trotz des stolzen Preises dann tatsächlich die günstige Alternative. Ein Sony ZD9 (4K HDR TV) in dieser Größe kostet z.B. um die €70,000.-

Und: Der VZ1000 gibt einen deutlichen Ausblick darauf, was Sony mit dem Laser-Frontprojektor VPL-VW760 erreichen kann…

 



Kommentare

Ein echter Traum
Von am 15. September 2017

Nur leider reicht für den mein Budget nicht ganz. Ich habe den neulich im Heimkinoraum München in live gesehen und das Bild war sogar mit Tageslichte eine Wucht.

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