Sony VPL-VW1100 Test und Vergleich zum VW500


Sony VPL-VW1100 Know-How Test des HighEnd 4K-Beamer Boliden 

Während bei anderen Beamer-Herstellern die native UltraHD Auflösung noch in den Sternen steht, erreicht Sony bereits die zweite Generation. Neben dem günstigeren VPL-VW500 erhielt zudem der VW1000 ein Update und wird in diesem Jahr unter der neuen Modellbezeichnung VPL-VW1100 vermarktet.

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Im Januar 2014 wurden die ersten Geräte in Deutschland an den autorisierten Fachhandel ausgeliefert. Heimkinoraum war selbstverständlich als einer der ersten mit dabei.

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Marco Marino vom Team Heimkinoraum kann den Test des ersten Sony VW1100 kaum erwarten  

In unserer erfolgreichen Kooperation haben wir das neue Modell genau unter die Lupe genommen, präsentieren in diesem Test-Special die technischen Neuerungen und setzen die Bildergebnisse ins Verhältnis zum kleineren Bruder VPL-VW500.

 1. Chassis und Technik 

Rein äußerlich ist dem Sony VPL-VW1100 seine neue Generation nicht anzumerken, gleicht er doch seinem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Dies ist keine Überraschung, denn in der Beamerwelt durchläuft ein Chassis mindestens zwei bis drei Generationen, bevor es durch ein neues ersetzt wird. Feintuning und Beseitigung von Kinderkrankheiten sorgen dafür, dass diese 2nd Generation Modelle meist die besten sind.

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Der äußere Schein trügt jedoch weitgehend: Während SXRD (4K) Panels, Lightengine und Kühlsystem unverändert bleiben, wurde die gesamte Elektronik überarbeitet.

Grund für diese Überarbeitung ist die Übertragung von 4K-Signalen: Wie meistens eilt die Projektions- & TV- Technologie der Software weit voraus: Während VW1000 und diverse UltraHD Fernseher seit 2012 auf dem Markt sind, gibt es bisher noch keinen TV-Sender oder keine Kauf-Software (Spielfilme) in passender Auflösung. Und selbst wenn ein Filmstudio oder eine Sendeanstalt sich dazu durchringen wollte, so konnte sie es bislang gar nicht, denn die entsprechenden Übertragungsstandards für UltraHD fehlten bislang. Das bisher aktuelle HDMI1.4a Protokoll unterstützt 4K LEDiglich bis zu einer Bildwiederholrate von 30Hz, viel zu wenig für TV und Video. 

Rückblick: FullHD und 24p

Diese Signal-Problematik ist nicht neu: Erste „HDready“ (720p) Projektoren unterstützten keine 50Hz, wie sie später von den Sendern in Deutschland adoptiert wurden und die ersten FullHD Projektoren, wie z.B. der legendäre Sony VPL-VW100, Codename „Ruby“, waren nicht zu der Bildwiedergabe in Spielfilmfrequenz (24p) in der Lage. Die Enttäuschung dabei: Die 24p Wiedergabe konnte nicht nachgerüstet werden und während die Käufer des Nachfolgers VW50 in den vollen Genuss des neuen Standards kamen, schauten VW100-Käufer nach wenigen Monaten „in die Röhre“ und waren zurecht verbittert darüber, vom Hersteller im Stich gelassen worden zu sein. 

Doch dieses Mal hat Sony aus seinen Fehlern gelernt: Bei Markteinführung des VPL-VW1000 vor zwei Jahren hat der Hersteller ehrlich und klar kommuniziert, dass das Gerät mit seinem HDMI1.4a Chipsatz nicht zu allen 4K-Standards der Zukunft kompatibel sein wird. Um aber die Zukunftskompatibilität bei diesem fast €20,000.- teuren HighEnd Pojektor zu gewährleisten, sicherte man damals zu, dass ein Hardware-Update für den VW1000 nachzureichen, wenn die notwendigen HDMI-Standards verabschiedet werden und die entsprechende Signal-Hardware zur Verfügung steht.

Sony-VW1100-4Das "alte Signalboard des Vorgängers Sony VW1000

 

Und seit Ende letzten Jahres ist es endlich soweit: Die Industrie ist sich einig über den „HDMI 2.0“ Standard und entsprechende Treiber-Bausteine sind in der Produktion, wenn auch noch nicht in großen Stückzahlen.  Doch das ist nur die halbe Miete, denn: Der bisherige HDMI-Kopierschutz ist nicht mehr sicher und die Filmstudios weigern sich, das hochwertige 4K-Material ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu veröffentlichen. Aus diesem Grund möchte man zumindest kommende UltraHD Software mit dem neuesten HDCP Kopierschutz, Version 2.2, versehen. Und selbstverständlich sind auch hierfür neue Prozessoren in der Signalelektronik notwendig.

 

Soweit die neuen Anforderungen, wenn ein zukunftssicherer Projektor oder Fernseher in den kommenden Jahren alle Inhalte wiedergeben können soll. Und Sony hat tatsächlich Wort gehalten: Als einer der ersten Hersteller im Markt bietet man mit dem VW500 und dem VW1100 entsprechend ausgestattete Geräte an. Und auch den VW1000 hat man nicht vergessen: Durch ein kostenpflichtiges Hardware-Update (durchgeführt vom Sony-Service) wird der VW1000 in einen VW1100 „verwandelt“. Sprechen Sie uns hierzu an, wir kümmern uns um die Abwicklung.

Sony-VW1100-Test-5Die modernisierte Signalplatine des Sony VW1100

 

Signaltechnisch ist der VW1100 (bzw. updated VW1000) zum neuen HDCP2.2 Standard kompatibel und unterstützt UltraHD-Signale bis zur höchsten Frequenz von 60Hz, somit sind alle video-relevanten Bereiche (auch für 4K-TV) abgedeckt. Unter Heimkinofans hat die 8bit Einschränkung für 60Hz Material für Diskussion gesorgt, denn theoretisch sind hier höhere Datenraten möglich. Wir sehen darin allerdings keinen sehr relevanten Flaschenhals, denn es ist nicht zu erwarten, dass kommende 4K Software eine höhere Farbauflösung nutzen wird. Sie würde die erforderlichen Datenmengen und Durchsatzraten nur weiter erhöhen, Ressourcen, die derzeit eh nicht gegeben sind. Selbst bei herkömmlichen 24Hz / FullHD Blu-Rays, die nur ein Zehntel(!) der Daten von 4k/60Hz benötigen, wird stets zu Gunsten des Speichersparens auf eine höhere Farbkodierung verzichtet. Eine Änderung dieser Datensparmaßnahmen ist bei 4K/60Hz wohl nicht zu erwarten.

2. Neue Features beim Sony VW1100

Viele HighEnder haben auf zahlreiche Neuerungen mit dem VW1100 Update gehofft. Doch diese werden nicht geboten, offensichtlich hat man sich auf das Notwendigste konzentriert. Die Funktionen sowie die Menüstruktur blieben weitgehend unverändert.

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Immerhin hat der VW1100 durch sein Elektronik-Update die neueste Realtiy-Creation der aktuellen Sony UltraHD TVs geerbt. Diese zeichnet sich durch neue Algorithmen mit „mastered in 4K“ Unterstützung aus.

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Bei FullHD 24p- Zuspielung kann / soll die Funktion aktiviert werden, wenn die Software (i.d.R. Blu-Ray) entsprechend gekennzeichnet ist. Doch was ist mit dem „mastered in 4K“ Label eigentlich gemeint? Ist es nur ein Marketing Gag? Tatsächlich ist es unserer Meinung nach etwas irreführend, suggeriert es doch eine höhere Auflösung, doch natürlich handelt es sich hierbei auch „nur“ um FullHD Blurays, allerdings mit drei spezifischen Besonderheiten:

1) Das Ausgangsmaster (die Abtastung vom Film) liegt in 4K vor (daher der Name).

2) Sie sind mit einer besonders hohen Datenrate aufgezeichnet (und zeigen somit weniger Kompressionsartefakte).

3) Die Algorithmen des DownScaling von 4K UltraHD auf 2K FullHD sind auf die Upscaling-Algorithmen des Reality Creation  Prozessors abgestimmt. Möglich wird dies durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Columbia Studios, ein Tochter-Unternehmen von Sony, und den Ingenieuren in Japan.

Legt man eine solche „mastered in 4KBlu-Ray in einen (beliebigen) Blu-Ray-Player und aktiviert die entsprechende Datenbank im Bildmenü des Projektors, so zeigt sich ein besonders artefaktfreies und analog wirkendes Bild, das wirklich zu beeindrucken vermag. Zwar bietet das hochskalierte Bild selbstredend nicht dieselbe Detailauflösung wie natives 4K-Material, dennoch sorgt die nahezu komplette Abwesenheit von Digitalartefakten für einen natürlichen Bildlook, der seinesgleichen sucht. Aus diesem Grund handelt es ich bei „mastered in 4KBlu-Ray keineswegs um ein wertloses Marketing Label, sondern bietet einen sichtbaren Mehrwert, übrigens nicht nur für Sony TVs und Projektoren, sondern aufgrund der höheren Datenrate auch für alle andere Produkte.

Soweit die relevanten Neuerungen der VW 1100er Generationen, wer auf VW500 Features wie ein komplettes Color-Management oder Autokalibrierung gehofft hat, wird enttäuscht, denn sie wurden nicht implementiert und bleiben daher weiterhin ausschließlich dem kleineren Modell VW500 vorbehalten.

3. Messergebnisse und technische Unterschiede zum Sony VW500

Auch die technischen Daten (Helligkeit, Kontrast etc.) haben sich nicht verändert, was die Frage aufwirft, in welchen Disziplinen der VPL-VW1100 seinem kleinen Bruder VW500 noch überlegen ist. Wir haben zu Testmaterial und Messinstrumenten gegriffen, um diese Frage zu beantworten:

Helligkeit

Grund für das größere Chassis ist die leistungsstarke 330W UHP Lichtquelle, die laut Datenblatt für eine Brutto-Helligkeit von 2000 Lumen sorgen soll. Wir haben diese gemessen und der Testkandidat erreichte vorbildliche 1970 Lumen, nahezu eine Punktlandung in Hinblick auf die Ehrlichkeit des Herstellers. Dies ist aber ein „Bruttowert“ unter Ausnutzung der nativen Farbtemperatur. Um die realistische Netto-Helligkeit zu ermitteln haben wir den VW1100 daher zunächst kalibriert, was mit Hilfe der RGB Gain- / Biasregler kein großes Problem darstellt:

Sony-VW1100-Test-8Kalibrierte Farbtemperatur des Sony VPL-VW1100

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Nach der Kalibrierung vermessen wir die Helligkeit erneut und sind positiv überrascht: Knapp 1800 Lumen erreicht der VW1100 nach der Kalibrierung und ist somit rund 15% heller, als sein kleiner Bruder VW500. Gerade für größere Leinwandbreiten ist dies ein nicht zu vernachlässigender Vorteil. 

Kontrast

In Sachen Kontrast gibt der Hersteller nur den wenig aussagekräftigen dynamischen Umfang unter Einsatz der adaptiven Irisblende an und beziffert diesen zudem mit galaktischen 1,000,000:1. Wesentlich eNTSCheidender für die Bildplastizität ist aber der native Kontrastumfang, den wir messtechnisch untersucht haben.

Die Ergebnisse sind identisch zum Vorgänger, der native Kontrast bewegt sich je nach Zoom und Irisöffnung zwischen 10.000:1 und 18000:1. Damit hat der VW1100 fast ein doppelt so hohes natives Kontrastverhältnis, wie der VPL-VW500. Dieser Unterschied wird auch im Seheindruck deutlich, denn das Bild wirkt noch plastischer, als das des kleinen Bruders.

Farbdarstellung

Ein weiterer eNTSCheidender Vorteil gegenüber dem VPL-VW500 zeigt sich, wenn man im erweiterten Bildmenü die Farbraumauswahl aufruft.

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Neben der Normeinstellung für HDTV (BT709) stellt der VPL-VW1100 auch den DCI- oder den AdobeRGB Farbraum zur Verfügung. Experten wissen, dass es sich hierbei um stark erweiterte Farbräume handelt, die den herkömmlichen HD / sRGB Standard bei weitem übertreffen.

 

Sony-VW1100-Test-12Spezieller interner DCI / Adobe Farbfilter des Sony VPL-VW1100

Erreicht werden die kräftigen Farben durch eine Spektralfilterung, die durch den speziellen Farbfilter erzeugt wird. Dieser fährt sich bei Wahl von DCI oder AdobeRGB automatisch in den Lichtweg.

 

Sony-VW1100-Test-13Oben: Farbraum Rec709
Unten: DCI mit aktiviertem FarbfilterSony-VW1100-Test-14-4K-Beamer

Unsere Gegenüberstellung zeigt den Unterschied in der Farbdarstellung: Der erweiterte Farbraum DCI erlaubt eine wesentlich intensivere Darstellung in Grün und Rot und so eine höhere und kinoähnlichere Farbenpracht als der REC709 Farbraum gemäß Norm. In der speziellen „Heimkinoraum Calibrated Edition“ reizen wir diese Fähigkeiten im „CinEcolor“ Preset gezielt aus.

 

Der Sony VPL-VW500 verfügt weder über den zusätzlichen Farbfilter, noch über die damit verbundenen Farbmodi. Ein so wirkungsvoller und farbenprächtiger CinEcolor Modus kann daher bei ihm nicht kalibriert werden, wie bei einem VW1100ES.

Fazit des Know-how Test zwischen Sony VW1100 und Sony VW500

Auch in kritischen Fachkreisen gilt der Sony VPL-VW1000 zweifelsohne mit zu den besten Heimkinoprojektoren, die man sich derzeit anschaffen kann, denn es gibt derzeit keine genauso hoch auflösende und bezahlbare 4K-Alternative. Sein Hauptkonkurrent kommt vielmehr aus eigenem Hause, denn der Sony VPL-VW500 verspricht eine ähnliche Leistung zum halben Preis. Zwar erreicht der VW500 die Schärfe des reinen Hochleistungs-Objektivs des VW1100 4K-Referenz-Boliden nicht, jedoch ist die dargebotene Performance des „kleinen“ Bruders auch klare HighEnd-Referenz.

Mit dem Nachfolger VPL-VW1100 hat man den „alternden“ Bildriesen nun signaltechnisch auf den neuesten Stand gebracht, denn wie der VW500 ist er nun zu den kommenden 4K-Standards vie HDMI2.0 und HDCP2.2 kompatibel. Schön ist die Tatsache, dass auch der VW1000 per Update nachträglich in einen VW1100 verwandelt werden kann.

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In unserem Sony VW1100 Test hat sich zudem gezeigt, dass der neue 4K-Referenz-Beamer trotz seines zwei Jahre alten Chassis keinesfalls zu dem alten Eisen gehört, sondern nach wie vor die Spitzenposition in Sachen Bildqualität verteidigt: Er ist heller als sein kleiner Bruder VW500, bietet mit mehr nativem Kontrast eine sichtbar höhere Bildplastizität und erreicht durch sein höherwertiges Objektiv auch eine etwas schärfere Abbildung, vor allem bei großen Bilddiagonalen. Und „last but not least“ ermöglicht nur er durch seinen speziellen Farbfilter einen grandiosen Kinofarbraum, der bei entsprechendem Bildmaterial voll zur Geltung kommt. Für die künftige Generation wünschen wir uns LEDiglich mehr Kalibriermöglichkeiten (Color Management) und eine Autokalibrierung. Zudem Alternative altungsbeständige Lichtquellen, welche schon mit Laser und LED vor einigen Jahren heiß diskutiert worden sind. Wir bleiben sehr eng mit der Industrie in Kontakt, tauschen uns mit lang-jährigen Erfahrungen aus. Wenn Sie hier noch Wünsche, Fragen und Anregungen haben, so lassen Sie es uns wissen. Wir geben diese Punkte gerne in Namen der Heimkino-begeisterten Kunden weiter.

 

Alles in allem ist und bleibt der Sony VPL-VW1100 die Referenz und der Maßstab für alle HighEnder, die ein in jeder Hinsicht nahezu kompromissloses Bild suchen.

Den neuesten Bericht über den aktuellen Stand der 4K Entwicklung: 4K ja oder nein? 

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heimkinoraum-logo_15 Heimkinoraum-Cine4home_1

Januar 2014

Ekki Schmitt (Team Cine4home) und Uli Lange (Team HEIMKINORAUM)

 



Kommentare

Hilfreich
Von am 28. Januar 2014

Guter Beitrag!

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Super
Von am 27. Januar 2014

Ich hab noch einige Fragen, kann man euch auch eine Email schicken?

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